FSC-Newsletter: Mai 2014

Termine, Informationen, Tips und Berichte - aktuelles vom FSC Deutschland

Neues vom FSC Deutschland: Newsletter Mai 2014 (© Thorben Wengert / Pixelio)© Thorben Wengert / Pixelio

FSC Newsletter April 2014


Liebe Leserinnen und Leser,

978.333 Hektar Wald sind seit diesem Monat nach dem Deutschen FSC-Standard zertifiziert. Durch die Zertifikatserteilung f ür den Landeswald Baden-Württemberg ist die hiesige zertifizierte Waldfläche sprunghaft um rund 320.000 Hektar angewachsen. Nahezu 9% der gesamtdeutschen Waldfläche werden damit nach den Regeln des FSC-Standards bewirtschaftet. Die Ausweitung der zertifizierten Fläche ist nicht nur für den FSC als Organisation ein wichtiges und schönes Ereignis. Auch für die Artenvielfalt, den Umweltschutz im Wald und für die Menschen, die im Wald ihrer Arbeit nachgehen, ist dies eine gute Nachricht. Unternehmen und Verbraucher können mit diesem Zuwachs an zertifizierter Fläche nun mit Nachdruck FSC-zertifizierte Ware nachfragen, da in Deutschland nun deutlich mehr zertifiziertes Holz auf den Markt kommt.

Ökonomisch erfolgreiche und naturnahe Wälder sind „IN“ und damit auch die FSC-Zertifizierung für verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Die Anfragen zur FSC-Zertifizierung in der FSC Deutschland Geschäftsstelle nehmen stetig weiter zu und unterstreichen den Trend, dass die Nachfrage nach Produkten aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft mit dem FSC-Siegel weiter zunimmt.

Wir freuen uns, Sie in diesem Newsletter wieder auf den neuesten Stand darüber bringen zu können, was im und um den FSC aktuell geschieht. Daher wünschen wir Ihnen nun viel Spaß beim Lesen des Mai-Newsletters!
Ihr FSC Deutschland-Team

Ihr FSC Deutschland-Team

PS: Vergessen Sie nicht, sich noch für die FSC-Vollversammlung am 24./25. Juni 2014 in Mainz anzumelden!


Inhalt:

  1. Aus Prinzip Wald. 21. FSC-Vollversammlung 2014 in Mainz
  2. Reminder: Konsultation zum Deutschen FSC-Standard nun öffentlich – jeder kann mitmachen!
  3. Staatsforst Baden-Württemberg: FSC-Zertifizierung sichert künftig hohe Qualitätsstandards
  4. NEU: die FSC-Chain-of-Custody Broschüre
  5. Welt Wald Klima Forum in Berlin: FSC Deutschland als maßgeblicher Akteur
  6. Neue FSC-Waldkarte 2014 online
  7. Bericht: Packaging for Forests Konferenz auf der Interpack
  8. FSC-Waldzertifizierung und der Eichenprozessionsspinner
  9. Interpretation zum FSC-Regelwerk
  10. FSC-Workshops

Terminübersicht:
02.06.2014 COC-Schulung in Berlin
13.06.2014 FSC Schulung für die Produktkette in Köln
16.06.2014 Schulung für Unternehmen in der Produktkette, Wien (AUT) 
24.-25.06.2014 FSC Deutschland Vollversammlung 2014, Mainz
27.06.2014 Schulung zur FSC Chain of Custody in Freiburg / Breisgau
04.07.2014 Schulung zur FSC Produktkette in Nürnberg
31.08.-02.09.2014 Messe: Spoga Gafa - Die Gartenmesse in Köln
07.-14.09.2014 7th FSC General Assembly, Sevillia (Spanien)
21.-25.10.2014 Messe: Orgatec - Modern Office & Object, Köln


1. Aus Prinzip Wald. 21. FSC-Vollversammlung 2014 in Mainz

Der FSC-Waldstandard mit seinen 10 Prinzipien ist das Herzstück des FSC-Systems, auch in Deutschland. Die Bewirtschaftung der Wälder − vor Ort und weltweit − ist die Basis für die Produktion, den Handel und die Nutzung tausender Produkte. Ohne die verantwortungsvolle Arbeit der Förster im Wald wäre dies nicht möglich.

In diesem Jahr konzentrieren wir uns auf das Herzstück des FSC, den FSC-Standard. Denn der Deutsche FSC-Waldstandard geht in die Revision. Bestehende Inhalte sollen aktualisiert und erweitert werden, um auch künftig den Ansprüchen von Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen gerecht zu werden. Der gemeinsame Weg zu einem neuen Standard ist dabei entscheidend: Ein Weg, den wir mit allen relevanten Nutzergruppen des Waldes gehen wollen, um uns auf allgemein tragbare Regelungen und Werte zu einigen. Wie steht es um eine gerechte Entlohnung der Arbeit? Welche Berücksichtigung finden Totholz und Naturschutzflächen im Wald vor dem Hintergrund eines wachsenden Bedarfs an Rohstoffen?

Wir möchten mit Ihnen darüber diskutieren, welcher Änderungen es bedarf, was die einzelnen Expertengruppen bewegt und Ihnen somit einen themenübergreifenden Einblick in das FSC-System ermöglichen, damit der FSC in Deutschland weiterhin für starke Werte steht.

Programm 24.06.2014

13.00 Uhr: Ordentliche Mitgliederversammlung
Geschlossene Veranstaltung für Mitglieder
Berichte, Wahlen, Diskussionen zu aktuellen Themen rund um den FSC

Ort: Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rheinland-Pfalz
Kaiser-Friedrich-Straße 1, 55116 Mainz

19.00 Uhr: Empfang und Abendessen
(Einlass ab 18.30 Uhr)
Für Mitglieder und Gäste – mit Beiträgen von Vertretern aus Politik und Wirtschaft

Grußworte von:

  • Ulrike Höfken, Staatsministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Rheinland-Pfalz
  • Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Holding AG
  • Dr. Stefan Schaefer, Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz
  • Dr. Ute Seeling, Geschäftsführende Direktorin des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik e.V.

Ort: Restaurant „Zum Deutschhaus“, am Landtag, Deutschhausplatz 12, 55116 Mainz


Programm 25.06.2014

Offene Veranstaltung für Mitglieder und Gäste

08.00 Uhr: Exkursion (Gruppe 1 und 2 – Einsteiger und FSC/Forst Grundkenntnissen)
Wegen der längeren Anreise zum Exkursionsort im Wald, treffen sich Teilnehmer dieser Gruppen bereits um 8 Uhr. Bitte wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk mitbringen. Bei extrem schlechtem Wetter finden die Veranstaltungen als Runde Tische im Ministerium statt.

09.00 Uhr Runde Tische (Gruppe 3 – Forstexperten)
Teilnehmer der Gruppe 3 treffen sich um 09:00 Uhr im Ministerium.

13.00 Uhr: Gemeinsamer Abschluss (Ort: Ministerium)

13.30 Uhr: Mittagsimbiss

Melden Sie sich mit beigefügtem Flyer oder direkt im Internet unter http://www.fsc-deutschland.de/vollversammlung.47.htm an. Bitte geben Sie bei der Anmeldung unbedingt an, an welchem Runden Tisch Sie teilnehmen möchten.
Auch dieses Jahr möchten wir Ihnen natürlich als FSC-zertifiziertes Unternehmen diese Plattform anbieten, um sich und Ihre FSC-Zertifizierung zu präsentieren. Einzelheiten entnehmen Sie bitte unserem Partnerkonzept.

Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne unter 0761-3865350 oder erika.mueller@fsc-deutschland.de zur Verfügung.

Wir bedanken uns bei unseren Unterstützern: Hornbach Baumarkt AG, OBI GmbH & Co. und Tetra Pak GmbH & Co KG.

Zum Anfang


2. Reminder: Konsultation zum Deutschen FSC-Standard nun öffentlich – jeder kann mitmachen!

Wir hatten bereits im letzten Newsletter darauf hingewiesen: Eine wichtige erste Hürde der Revision des Deutschen FSC-Standards ist genommen. Der erste Entwurf des Deutschen FSC-Standards 3.0 steht für die öffentliche Anhörung und Konsultation seit Mitte April online (Link: http://www.fsc-deutschland.de/revision-deutscher-standard.123.htm) zur Verfügung.

Wir bitten alle Mitglieder und Interessierte, sich mit Kommentaren und Vorschlägen an dieser wichtigen Fachdiskussion zu beteiligen und so zu einer Verbesserung und Weiterentwicklung unseres zentralen Regelwerkes beizutragen. Bitte leiten Sie dies auch an weitere interessierte Personen oder Institutionen weiter! Jeder kann bei der Konsultation mitmachen. In forstfachlichen Medien wurde und wird auf die Konsultation ebenfalls aufmerksam gemacht (z.B. AFZ, proWald, Holz-Zentralblatt). Die aktuelle Konsultationsrunde endet am 14.6.2014.

Zum Anfang


3. Staatsforst Baden-Württemberg: FSC-Zertifizierung sichert künftig hohe Qualitätsstandards

Aus Forstwirtschaft wird Waldwirtschaft: Seit dem 16. Mai 2014 darf der Landeswald Baden-Württemberg das FSC-Siegel für verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung führen. Der fast zweijährige Zertifizierungsprozess wird damit erfolgreich abgeschlossen. Künftig werden Fragen des Naturschutzes und der Artenvielfalt genauso wie klare Anforderungen an die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern vermehrt Beachtung bei der Bewirtschaftung des Landeswaldes finden.

Qualität statt Quantität, Artenvielfalt statt Monokulturen, natürliche Entwicklung statt großflächige Eingriffe und Bürgerbeteiligung statt vollendeter Tatsachen – dafür steht die FSC-Zertifizierung. Nach einem fast zweijährigen Zertifizierungsprozess wurde der Landeswald Baden-Württemberg am 16. Mai mit dem FSC-Zertifikat ausgezeichnet. Damit ist der Landesbetrieb nun berechtigt, Holz aus den ca. 320.000 Hektar Landeswald mit FSC-Siegel zu verkaufen. Durch die Weiterverarbeitungskette gewährleistet das FSC-Siegel Verbrauchern, dass Holz und Holzprodukte aus einer besonders verantwortungsvollen Forstwirtschaft stammen.

„Ich gratuliere den Bürgerinnen und Bürger des Landes Baden-Württemberg sowie den Verantwortlichen beim Landesbetrieb Forst BW zur erfolgreichen FSC-Zertifizierung“, so der FSC Deutschland Vorsitzende Dirk Riestenpatt. „Mit dem FSC-Siegel bekommt der Landeswald Baden-Württemberg nun die unabhängige Bestätigung für seine vorbildliche Arbeitsweise.“ Gemessen an der Waldfläche ist der Landesbetrieb nun der größte FSC-Zertifikatsinhaber in Deutschland. Dies zeigt erneut, dass die Umsetzung des Deutschen FSC-Waldstandards auch in großen Betrieben erfolgreich ist.

Durch die FSC-Zertifizierung wird sich der Landeswald künftig verstärkt an der in der jeweiligen Gegend natürlichen Waldgesellschaft orientieren. Zum Schutz der Artenvielfalt wird mehr sog. Biotop- und Totholz im Wald verbleiben und zugunsten gesunder Waldböden werden kleine Äste und Zweige als Nährstofflieferanten dem Wald erhalten bleiben. Auch Bürgerinnen und Bürgern sowie Umwelt- und Sozialverbände werden nun verstärkt in Entscheidungen der Waldbewirtschaftung eingebunden. Für die Menschen, die im Staatswald arbeiten, bedeutet die FSC-Zertifizierung die Sicherstellung einer angemessenen Bezahlung. Pestizide werden künftig nur noch unter strengen Auflagen und nur auf Grundlage behördlicher Anordnung zum Einsatz kommen dürfen.

Mit der Erteilung des FSC-Zertifikats für den Staatswald Baden-Württemberg wächst die in Deutschland nach dem Standard des FSC zertifizierte Waldfläche auf ca. 976.000 Hektar, ca. 9% der gesamten Waldfläche in der Bundesrepublik. FSC Vorsitzender Riestenpatt hebt hervor: „Inländische Betriebe der weiter verarbeitenden Holzindustrie mit Nachfrage nach FSC-Holz können sich nun auf dem heimischen, regionalen Markt versorgen.“

Der FSC steht für verbindliche Mindeststandards in der Waldbewirtschaftung auf Grundlage international gültiger Prinzipien und Kriterien. Diese Standards werden unter weltweiter Beteiligung aller großen Umweltverbände, gesellschaftlicher Gruppen und relevanter Sozialorganisationen entwickelt. Der FSC garantiert durch eine jährliche Vor-Ort-Überprüfung zertifizierter Forstbetriebe und der freien Veröffentlichung von Prüfergebnissen ein Höchstmaß an Transparenz für Betrieb, Bürger und Politik. 

Nach dem Deutschen FSC-Standard wurden bisher neben zahlreichen Privat- und Kommunalwäldern auch der Landeswald in NRW, Schleswig-Holstein, Saarland, Hamburg und Berlin zertifiziert. Bis Ende 2015 wird auch der gesamte Landeswald in Rheinland-Pfalz nach FSC-Standards zertifiziert sein. In Hessen ist die schrittweise FSC-Zertifizierung von Hessen-Forst beschlossene Sache, die ersten zehn Forstämter sollen hier bereits Anfang 2015 zertifiziert sein.

FSC Vorsitzender Riestenpatt, der selber seit vielen Jahren bei den Berliner Forsten tätig ist, unterstreicht abschließend: „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Anforderungen des Deutschen FSC-Standards oftmals hilfreiche Wegweiser für Forstbetriebe sind, wie Wälder in Deutschland naturnah und ökonomisch erfolgreich bewirtschaftet werden können.“

Zum Anfang


4. NEU: die FSC-Chain-of-Custody Broschüre

Über 2000 Unternehmen in Deutschland besitzen bereits ein FSC-Zertifikat für die Produktkette. Viele Unternehmen in der Verarbeitung von Holz- und Holzfolgeprodukten beschäftigen sich mit dem Thema einer Zertifizierung. Nun haben die FSC Deutschland-Mitarbeiter die wichtigsten Fragen und Tipps für die FSC-Zertifizierung in der Produktkette gesammelt und in einer informativen Broschüre zusammengefasst.

 Die Broschüre richtet sich sowohl an FSC-Einsteiger als auch an Betriebe und Personen mit Erfahrungen im Bereich FSC-Zertifizierung. Ziel des Heftes ist es, den Weg zu einer FSC-Zertifizierung zu unterstützen oder zertifizierten Unternehmen noch einmal Basiswissen zu vermitteln.

Diese Broschüre stellen wir Ihnen kostenfrei auf der FSC Deutschland Homepage zum Download bereit (Link zur Seite mit dem Download: http://www.fsc-deutschland.de/produktkettenzertifizierung-coc.82.htm).

In Zukunft erhalten sie eine gedruckte Ausfertigung des Informationsheftes, wenn Sie beim FSC Deutschland gedruckte FSC-Standards bestellten. Ebenfalls bekommen Teilnehmer einer FSC-Produktkettenschulung und der FSC-Vollversammlung eine gedruckte Ausgabe dieser Broschüre.

 Zum Anfang


5. Welt Wald Klima Forum in Berlin: FSC Deutschland als maßgeblicher Akteur

Am 20. März 2014 fand in Berlin der Entscheiderkongress des Senats der Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Welt Wald Klima Forum statt. Unter dem Titel „Für Wirtschaft und Gesellschaft. Mehr Wert durch mehr Wald.“ lag der Themenschwerpunkt in diesem Jahr  auf der privatwirtschaftlichen Motivation für Aufforstung und Waldschutz. Auf der hervorragend besuchten Veranstaltung kamen Experten aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zusammen. Im Rahmen der Veranstaltung, an der auch  Klaus Töpfer, Jean-Claude Juncker und Günther Oettinger teilnahmen, war die FSC-Zertifizierung eines der zentralen Themen.

Ziel des Kongresses in der Bundespressekonferenz war es, privatwirtschaftliche Akteure noch stärker für ein Waldsektor-Engagement in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu gewinnen. Elmar Seizinger, Leiter des Waldbereiches und stellvertretender Geschäftsführer von FSC Deutschland, wurde gebeten, im Themenforum „Reputationssicherheit und -risiken: Keine Angst vor Entscheidungen“ die FSC-Zertifizierung als zentrales Instrument des Risikomanagements bei CO2-Projekten im Wald zu erläutern. Weil es keine Alternative zur FSC-Zertifizierung gibt, um verantwortungsvolle Waldwirtschaft nachzuweisen, ist bei  allen seriösen Aufforstungsprojekten/entsprechenden CO2-Investments  die FSC-Zertifizierung Grundvoraussetzung für die Projekte. „Wichtig ist es den Investoren klar zu machen, dass Aufforstung nicht gleich Aufforstung, Wald nicht gleich Wald und CO2-Bindung in Holz nicht per se gut ist“, so Elmar Seizinger. Er zieht ein erfreuliches Fazit: Bei internationalen Waldprojekten kommt man an FSC nicht vorbei. Institutionen, die entsprechende Investitionsprojekte fördern, z.B. die Weltbank, das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) oder die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) betrachten die FSC-Zertifizierung meist als Voraussetzung für die Unterstützung entsprechender Projekte. Wahrscheinlich deshalb war Dr. Jürgen Vögele, Director Agriculture and Environmental Services (AES) der Weltbank, nach der Veranstaltung voll des Lobes für Seizinger und den FSC: „You are doing a great job - there is no alternative to FSC!“

Zum Anfang


6. Neue FSC-Waldkarte 2014 online

FSC Deutschland stellt jährlich eine aktualisierte Übersicht über die zertifizierten Waldbesitzer online. Für 2014 liegt die Waldkarte nun brandaktuell vor (Stand: 21. Mai 2014). Zusätzlich finden Sie in der Karte Facts & Figures zur FSC-zertifizierten Waldfläche in Deutschland sowie zur Besitzverteilung. Die Karte ist hier online als pdf abrufbar. Die Tabelle der zertifizierten Waldbesitzer mit Ansprechpartnern wird derzeit überarbeitet und in den nächsten Tagen ebenfalls online gestellt.

Übrigens: Um dem eigenen Anspruch der Transparenz gerecht zu werden, sind sämtliche Auditberichte online einsehbar. Hier geht’s zur Datenbank. Auf internationaler Ebene stellt FSC International monatlich Facts & Figures rund um die FSC-zertifizierte Waldfläche weltweit zur Verfügung. Die Dokumente können Sie hier abrufen.

Zum Anfang


7. Bericht: Packaging for Forests Konferenz auf der Interpack

FSC®-zertifizierte Verpackungen als Beitrag zur Nachhaltigkeit

Am 13.05.2014 fand die Packaging for Forests Konferenz in Kooperation mit FSC International auf der Interpack statt. Für den FSC war es die erste Veranstaltung im Verpackungssektor mit dem Ziel, Kontakte zu den Innovatoren der Branche zu knüpfen.
Etwa 55 Teilnehmer diskutierten an diesem Konferenztag über:

  • technische Informationen zum FSC-System wie OCP, Trademarkregelungen und die Revision des COC-Standards
  • Best practice Beispiele aus der Branche
  • Trends und Entwicklungen auf globaler und regionaler Ebene
  • Marktentwicklung aus der Perspektive der NGO’s

„FSC ist in Deutschland nahezu bei allen Discountern und Einzelhandelsketten etabliert, auch die Akteure im Bereich Verpackungen und Trays gehören zu den Vorreitern“, freut sich Ulrich Malessa, Leiter Marktservices, FSC Deutschland. „Bei anderen Verpackungssegmenten gibt es noch viel Luft nach oben. Wir wollen die Unternehmen v.a. dabei unterstützen, die Benefits von FSC in ihrer Kommunikation noch deutlicher zu integrieren.“

Im Rahmen der Konferenz saßen Akteure aus relevanten Branchen am Tisch, unter anderem Verpackungs- und Displayhersteller, Etikettenhersteller, Papierhersteller, Faltschachtelhersteller und Getränkekartonhersteller.

Anja Röhrle, Marketing-Managerin bei DS Smith, Packaging Division D-A-CH, erklärt: „Wir setzen beim Design an, um nur so viel Material einzusetzen wie notwendig ist, damit die Verpackung ihre Funktionen erfüllen kann. Bereits jetzt bestehen unsere Produkte im Schnitt zu 80 % aus Recyclingpapier. Für uns war die Entscheidung für eine FSC-Zertifizierung unserer Werke in der Region D-A-CH wichtig, um unseren Kunden die Möglichkeit zu geben, Verpackungen und Displays aus nachhaltigen Rohstoffen zu beziehen und dies auch glaubhaft über das FSC-Logo gegenüber den Endverbrauchern zu dokumentieren.

Faserbasierte Verpackungen spielen aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten eine wichtige Rolle. Verpackungen aus Papier und Karton stellen mit einem Anteil von 42% die bedeutendste Materialgruppe für Verpackungen am europäischen Markt dar, legt man den Gesamtwert der Verpackungen zugrunde (PTS Papier, 2014).

Auch SCA Sustainable Packaging sieht ein wachsendes Interesse an faserbasierten Verpackungslösungen und stellte seine nachhaltigen Verpackungskonzepte auf der Interpack vor.  „FSC bekommt eine immer größere Bedeutung im Verpackungsbereich.  SCA unterstützt, dass mehr FSC-zertifizierte Materialien zum Einsatz kommen um einen langfristigen, verantwortungsvollen Umgang mit den Waldressourcen auch bei unseren Alltagsprodukten zu gewährleisten“,  sagt Hans Pettersson, verantwortlich Business Development bei SCA Sustainable Packaging, auf der Konferenz.

Die zunehmende Verknappung und Nutzungskonkurrenz des Rohstoffes Holz bedeutet jedoch für diesen Bereich eine der größten Herausforderungen. Unternehmen können hier Umweltperformance und Risikomanagement verbessern, indem sie auf verantwortungsvoll produzierte bzw. FSC-zertifizierte Rohstoffe zurückgreifen.

So können sie dazu beitragen, ökologische Negativwirkungen sowie soziale Konflikte durch illegalen Holzeinschlag, Waldumwandlung und nicht-nachhaltige Waldbewirtschaftung zu verhindern.

Das demokratische organisierte Drei-Kammer-System des FSC, indem wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt werden, ist komplex, aber Edgard Avezum Junior, Director of Coated Boards bei Klabin sagt: „Egal, was für ein Produkt Sie herstellen, ich möchte Sie ermutigen, die Vorteile und Benefits der FSC-Zertifizierung für Ihr Unternehmen zu erfassen und zu nutzen. Für uns als wichtigem Papier- und Kartonhersteller macht FSC wirklich einen Unterschied. „Die „FSC-Warenzeichen“ werden als Garantie wahrgenommen − über die Produktqualität hinausgehend – um Verantwortung und Engagement für Nachhaltigkeit sicherzustellen, was einen zusätzlichen Wert zu den anderen Produktattributen hinzufügt.“

In Deutschland lässt sich eine deutliche Entwicklung hin zu mehr FSC-zertifizierten Verpackungen beobachten. FSC ist auch hier längst kein Nischenthema mehr. Vielmehr durchdringt FSC-Verpackung bereits heute einen Massenmarkt. Rund ¼ aller FSC-zertifizierten Unternehmen in Deutschland sind im Verpackungssektor tätig.

Wir danken allen Rednern und Partnern für die Unterstützung zum Gelingen der Veranstaltung:

SCA Substainable Packaging, DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG, forum Nachhaltig Wirtschaften
Verpackungs-Rundschau.

Zum Anfang


8. FSC-Waldzertifizierung und der Eichenprozessionsspinner

FSC-Deutschland wurde vom Bundesamt für Naturschutz gebeten, im Rahmen der Tagung „Naturschutzfachliche Bewertung von Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner in Wäldern“ die FSC-Position darzulegen und damit zu erläutern, wie auf ca. 10% der Deutschen Waldfläche mit dem Thema umgegangen wird.

Im Rahmen der zwei-tägigen Tagung auf der Insel Vilm vor Rügen wurde deutlich, welche Bedeutung der Eichenprozessionsspinner hat. Zu unterscheiden sind dabei Gefahren für die menschliche Gesundheit, die von den „Brennhaaren“ ausgehen, und seine Relevanz für den Waldschutz, also die Frage, ob der Eichenprozessionsspinner auch für den Wald eine Gefahr darstellt. Letzteres konnte durch mehrere Referenten ausgeschlossen werden, so dass die Frage nach der Bekämpfung sich ausschließlich vor dem Hintergrund des Gesundheitsschutzes stellt. Aber auch mit dieser Begründung finden zum Teil großflächige Bekämpfungsmaßnahmen statt, die sehr kritisch zu sehen sind, vor allem vor dem Hintergrund, dass zwei der zum Einsatz kommenden Biozide aufgrund ihrer Wirkstoffe (Dimilin und Karate WG Forst) von der Weltgesundheitsorganisation als besonders gefährlich eingestuft werden. Im Wald stellt der Eichenprozessionsspinner in der Regel keine unmittelbare Gefährdung für den Menschen dar und  sollte hier auch nicht mit Bioziden bekämpft werden. Hier kann bei Gesundheitsgefährdung der Zugang zum Wald gesperrt werden. Anders gelagert ist die Situation im urbanen Raum, an viel besuchten Waldparkplätzen, Waldkindergärten etc. wo eine Einzelbaumbekämpfung mit Bioziden u.U. unausweichlich ist.

Der Deutsche FSC-Standard formuliert im Zusammenhang mit dem Biozideinsatz klare Regeln. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners ist ausschließlich auf Grundlage einer behördlichen Anordnung zulässig. Diese kann nur mit der Begründung „Gesundheitsschutz“ erteilt werden. Da es eine Alternative zum Einsatz der genannten, besonders gefährlichen Biozide in Form eines biologischen Bekämpfungsmittels (Bacilus Thuringensis in Dipel) gibt, werden diese vorrangig eingesetzt. 

Der FSC hat das Ziel waldbaulichen Handelns für FSC-Betriebe wie folgt definiert:

Ziel waldbaulicher Pflege- und Nutzungsstrategien sind standortgerechte Waldbestände unter Annäherung an die Baumartenzusammensetzung, Dynamik und Struktur natürlicher Waldgesellschaften. Die Umsetzung dieser Ziele sorgt für stabile Waldökosysteme und sollte den Einsatz von Bioziden überflüssig machen. Aus FSC-Perspektive stellt sich nicht die Frage nach welchem Mittel, in welchem Umfang, wie oft oder wann, sondern einzig die Frage nach Strategien, wie ein Einsatz von Bioziden oder Pflanzenschutzmitteln gänzlich vermieden werden kann. Oder kurz gesagt: Gift hat in FSC-Wäldern nichts verloren!

Zum Anfang


9. Interpretation zum FSC-Regelwerk

Hinweis:
Für spezielle Fragen rund um das FSC-Regelwerk gibt der FSC International die sogenannten Interpretationen heraus. Diese Standard-Interpretationen des FSC International  wurden nun gesammelt auf folgender Webseite veröffentlicht  und sollen Ihnen helfen, Ihre Spezialfragen zum FSC zu beantworten (Link zur Seite: https://ic.fsc.org/standards-interpretation.441.htm).

Dort finden Sie unter anderem Antworten auf besondere Fragen zum COC-Standard, zur jährlichen Verwaltungsgebühr (AAF) und zum Transfer von geringen Abweichungen (Minor CAR) bei einem Zertifiziererwechsel.

Zum Anfang


10. FSC-Workshops

Unsere neue Workshop-Saison startet! Wir reisen erneut durch Deutschland und Österreich und bringen Ihnen eine FSC-Zertifizierung für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung nahe. Dabei greifen wir die unterschiedlichen Themen in der Produktkettenzertifizierung auf und informieren Sie darüber, wie Sie FSC für Ihr Unternehmen richtig nutzen können und dabei einen Beitrag zu verantwortungsvoller Forstwirtschaft leisten.

Neben Tipps und Hilfen zu Produktketten-Zertifizierung, zeigen wie Ihnen auch wie FSC bei der Einhaltung der EU-Holzhandelsverordnung helfen kann und wie Sie die FSC-Warenzeichen korrekt bei Ihren Produkten sowie in der Werbung einsetzen können.
Mehr Informationen und Termine finden Sie hier:

http://www.fsc-deutschland.de/workshops.45.htm

Die nächsten Termin:
02.06.2014 in Berlin
13.06.2014 in Köln
16.06.2014 in Wien (AUT)
27.06.2014 in Freiburg/Breisgau
04.07.2014 in Nürnberg

Zum Anfang



© Forest Stewardship Council® · FSC® F000213