FSC Newsletter - Der Jahresrückblick 2015

Ein Jahresrückblick aus Sicht des FSC und aktuelle Termine

FSC Newslettervorlage

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

noch kurz bevor für die Weihnachtstage in den meisten Betrieben und Organisationen die Lichter ausgehen, damit sie dann bei Ihnen Zuhause umso heller erstrahlen können, möchten auch wir vom FSC Deutschland uns von Ihnen für das Jahr 2015 verabschieden. Die Organisation FSC blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2015 zurück. Es ist uns gelungen, die FSC-zertifizierte Waldfläche in Deutschland und weltweit weiter zu steigern und das, obwohl auch große Zertifikate aufgrund Regelverstößen stillgelegt wurden. Erfreulich ist zudem, dass auch in der Verarbeitungskette die Zahl der zertifizierten Unternehmen national wie international weiter steigt.

In diesem Newsletter wollen wir noch einmal detailliert auf die Entwicklungen der letzten zwölf Monate eingehen und Ihnen damit einen Überblick über das FSC-Jahr 2015 geben.

Wir hoffen, auch für Sie war das Jahr 2015 ein erfolgreiches Jahr, privat wie beruflich, und wünschen Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Herzliche Grüße


Ihr FSC-Team

PS: Die FSC-Geschäftsstelle ist vom 23. Dezember 2015 bis einschließlich 6. Januar 2016 aufgrund der Feiertage und damit verbundenen Betriebsferien geschlossen. Kunden unseres Trademarkt-Services (N-Lizenz) richten dringende Freigabeanfragen bitte per E-Mail an service@fsc-logo.de


Über das Inhaltsverzeichnis gelangen Sie zu den einzelnen Themenpunkten des
Newsletters:
  1. Letzter Aufruf: Web-Konferenz am 17.12.15 zur Anhörung des TM-Standards 50-001
  2. Klare Auslegung bei der Holzbeschaffung des Bundes: COC ist Grundidee
  3. Rückblick 2015 - FSC im deutschen Wald
  4. Marktüberblick: In 2015 alle Zahlen positiv – 2016 mit Herausforderungen
  5. Das FSC-Trademark-Service-Jahr 2015
  6. Neues Managementsystem bei FSC Deutschland: mit ISO9001 mehr für die Nachhaltigkeit erreichen
  7. Unser Angebot für Sie: Schulungen zum Thema FSC

Terminübersicht:

12.01. bis 13.01.2016 Stuttgart CoC-Schulung + Handbuchseminar
14.01. bis 15.01.2016 Nünberg CoC-Schulung + Handbuchseminar
25.01. bis 26.01.2016 Köln CoC-Schulung + Handbuchseminar
30.01. bis 02.02.2016 Frankfurt/Main Creativeworld
01.02. bis 02.02.2016 Frankfurt CoC-Schulung + Handbuchseminar
04.02. bis 05.02.2016 Hannover CoC-Schulung + Handbuchseminar
12.02. bis 16.02.2016 Frankfurt/Main Ambiente (Messestand noch nicht endgültig)
16.02. bis 17.02.2016 Hamburg CoC-Schulung + Handbuchseminar
18.02. bis 19.02.2016 Berlin CoC-Schulung + Handbuchseminar
03.03. bis 04.03.2016 Bielefeld CoC-Schulung + Handbuchseminar
15.03. bis 16.03.2016 Freiburg CoC-Schulung + Handbuchseminar


1. Letzter Aufruf: Web-Konferenz am 17.12.15 zur Anhörung des TM-Standards 50-001

Der FSC Deutschland bietet am 17. Dezember eine interaktive Web-Konferenz an. Wir wollen Ihnen ab 10 Uhr die wichtigen und kritischen Punkte im Entwurfsstandard sowie im Diskussionspapier zur Produktkennzeichnung vorstellen. Wir haben dafür 2 Stunden gebucht. Während der Web-Konferenz werden Sie Experten-Einschätzungen zu den Regelungsvorschlägen seitens Ulf Sonntag, Mitglied der technischen Arbeitsgruppe zur Standardüberarbeitung, und seitens des Arbeitskreises COC des FSC Deutschland hören.

Zur Anmeldung zur Web-Konferenz bitte HIER klicken!

Zur Vorbereitung und Begleitung der Veranstaltung finden Sie zwei-sprachige Versionen der Dokumente auf unserer Website

Die Web-Konferenz wird technisch über ein GoTo-Meeting des Anbieters Citrix umgesetzt. Sie haben die Chance, den Bildschirm des Moderators zu sehen und über das Mikrofon des Computers live in der Konferenz Beiträge abzugeben.

Falls es Fragen zur Web-Konferenz gibt, schicken Sie eine E-Mail an Ulrich Malessa.

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2. Klare Auslegung bei der Holzbeschaffung des Bundes: COC ist Grundidee

Mit einem Schreiben vom 8.12.2015 an die Beschaffungsstellen stellt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Regeln für die Nachweise, dass Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft in den Aufträgen verwendet wurde, klar. Der Bund folgt der grundlegenden Funktionsweise von Produktkettenzertifizierungssystemen, dass die Kette vom Wald bis zum Nachweiserbringer geschlossen zertifiziert ist. Im Wortlaut: „Die lückenlose COC-Zertifizierung entspricht der Grundidee des BMUB in Bezug auf die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung.“
Der Nachweis eines gleichwertigen Zertifikates und der Nachweis, dass die für das jeweilige Herkunftsland geltenden Kriterien des FSC oder PEFC einzeln erfüllt werden, bleiben zulässig. Dieser Nachweis gilt als erbracht, wenn eine entsprechende Prüfung durch das Thünen-Institut in Hamburg (TI) oder das Bundesamt für Naturschutz in Bonn (BfN) vorgewiesen werden kann. Eine Detailbeschreibung zu dieser Prüfung liegt dem FSC Deutschland aktuell noch nicht vor. 
Mit dem Schreiben vom 8.12.15 wurde eine Basisinformation für Bieter und die Neufassung des Formblattes 248 vorgestellt. Mit einer Veröffentlichung in den üblichen Medien ist jederzeit zu rechnen.
Das Schreiben erwähnt die folgenden Einführungsfristen: Ab dem 01.07.2016 werden Aufträge, die die Beschaffung von Holzprodukten zum Inhalt haben, nur noch an Unternehmen vergeben, die eine solche COC-Zertifizierung vorweisen können. Ist für diese Leistungen die Weitergabe an einen Nachunternehmer vorgesehen, muss dieser das entsprechende COC-Zertifikat vorweisen können. Bereits ab dem 01.04.2016  werden in beschränkten Ausschreibungen und freihändigen Vergaben von den ausschreibenden Dienststellen nur solche Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert, die COC-zertifiziert sind, soweit ein ausreichender Wettbewerb gewährleistet ist.
Des Weiteren wird in der Basisinformation auch Bezug auf den vereinfachten Zugang zur COC-Zertifizierung von kleinen Betrieben genommen. In Deutschland gibt es zurzeit vier Gruppenzertifizierungsmodelle. Der FSC Deutschland hat zur Gruppenzertifizierung ein Merkblatt veröffentlicht. Interessenten für eine Zertifizierung sowie zum Aufbau weiterer Gruppenmodelle können sich gerne an die Geschäftsstelle des FSC Deutschland wenden. Der FSC Deutschland sieht eine besondere Rolle bei den Verbänden, Innungen und Kammern, um Betriebe bei der Erfüllung der Anforderungen zu begleiten.
Das Schreiben wird im Gemeinsamen Ministerialblatt heute veröffentlicht und ist hier auf der Internetseite von FSC Deutschland publiziert.

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3. Rückblick 2015 - FSC im deutschen Wald

Revision des Deutschen FSC-Standards

Für die Waldabteilung war auch im Jahr 2015 die Revision des Deutschen FSC-Standards das zentrale Thema. Im Juni 2015 wurde ein zweiter Standardentwurf vorgestellt. Dieser ähnelte kaum mehr dem ersten Entwurf, nahezu jeder Indikator aus dem derzeit gültigen Deutschen FSC-Standard wurde überarbeitet. Bei der öffentlichen Konsultation haben insgesamt 100 Organisationen, Betriebe oder Einzelpersonen den Entwurf kommentiert.

Aus der Wirtschaftskammer haben fast alle Landesforstbetriebe, aus der Umweltkammer alle Umweltverbände, aus der Sozialkammer die Sozialverbände und Gewerkschaften die Möglichkeit der Standardkommentierung genutzt. Darüber hinaus hat sich eine Fülle von Mitarbeitern zertifizierter Forstbetriebe geäußert. Zusätzlich nahmen 46 Akteure, aus Wissenschaft, Energieholzbranche, Forstplanungsbüros, Einzelpersonen etc. teil.
Die Kommentierenden haben sich sehr intensiv mit dem Standardentwurf befasst und eine Fülle wertvoller Hinweise für die nächste Überarbeitungsrunde gegeben. Die Kommentare sind auf der Homepage von FSC Deutschland unter „Waldzertifizierung“ veröffentlicht.
Im Jahr 2015 hat sich der zuständige Richtlinienausschuss 9-mal zu je zweitägigen Treffen getroffen und wird im Februar 2016 einen dritten, finalen Standardentwurf vorlegen. Besonders spannend sind die Themen „Umgang mit nicht-standortsheimischen Baumarten“ und das Thema „Flächenstilllegung im Wald“ – übrigens Themen, die uns seit Beginn der Revision 2013 intensiv beschäftigen. Nicht oft genug kann man den Akteuren des Richtlinienausschusses danken!


Begleitung von Zertifizierungsprozessen

Über die Revision hinaus hat der Waldbereich vor allem FSC-Zertifizierungsprozesse und Zertifikatsinhaber betreut. In Rheinland-Pfalz wurde der Zertifizierungsprozess abgeschlossen, fast alle Forstämter der Landesforsten sind nunmehr FSC-zertifiziert. In Hessen befindet sich die zweite Tranche der Forstämter von Hessenforst im Zertifizierungsprozess. Das Ziel ist hier ebenfalls, den gesamten Landeswald nach FSC zu zertifizieren. Zusammen mit den Landeswäldern aus Baden-Württemberg, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen, die alle bereits FSC-zertifiziert sind, nimmt der Anteil FSC-zertifizierten Waldes im Südwesten Deutschlands weiter stetig zu. Auch im Kommunal- und Privatwald ist viel Dynamik, vor allem in Hessen. Speziell in Südhessen gibt es großes Interesse an FSC und eine stetig wachsende Zahl an FSC-zertifizierten Kommunen. Das hängt sicher auch mit der Unterstützung zusammen, die die Hessische Landesregierung kommunalen und privaten Waldbesitzern bei der FSC-Zertifizierung angeboten hat, z.B. indem auf Forstamtsebene entsprechende Strukturen für Gruppenzertifizierungen geschaffen werden, die den Einstieg in die FSC-Zertifizierung für Kommunal- und Privatwald deutlich erleichtern. Zuletzt haben sich auch kleine Forstbetriebe gemeldet – so strebt z.B. ein 5ha-Betrieb die Aufnahme in eine bestehende Gruppe an! In den neuen Bundesländern ist das Interesse an einer FSC-Zertifizierung derzeit noch gering. In Thüringen ändert sich dies jedoch gerade: Die dortige Landesregierung hat sich im Koalitionsvertrag zum Thema FSC klar positioniert. Hier heißt es: „Dazu (Anm: um den ökonomischen Wert und die ökologische Vielfalt zu verbessern) wird der Thüringer Staatswald schrittweise nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert werden.“
Die FSC-zertifizierte Waldfläche wächst also stetig weiter. Einen Überblick über alle FSC-zertifizierten Wälder in Deutschland liefert unsere Waldkarte.

Sonstiges

Um diese Aufgaben zu bewerkstelligen, ist das Waldteam viel unterwegs: In den besonders reiseintensiven Monaten September und Oktober 2015 waren wir ca. 11.000 km auf Achse – besser auf der Schiene, weil wir aus Prinzip und für den Wald innerdeutsch weder fliegen noch Auto fahren.

Unsere diesjährige Waldbauexkursion führte uns in den Stadtwald Freiburg. Zwei Themen wurden hier von den Mitgliedern von FSC Deutschland diskutiert: die Frage der Lückengröße für die Verjüngung der heimischen Eichenarten und das Thema Douglasie/nicht-standortsheimische Baumarten.

Passend zur Jahreszeit klingt das Jahr mit dem Thema „Weihnachtsbaumstandard“ aus. Derzeit wird ein von der Zertifizierungsorganisation GFA Certification entwickelter „Weihnachtsbaumstandard“ öffentlich konsultiert (bis 31.12.2015 unter http://www.gfa-cert.com/Oeffentliche_Dokumente__3509350.html). Natürlich kommentieren auch wir diesen Übergangsstandard, der so lange Gültigkeit hat, bis FSC Deutschland einen eigenen Weihnachtsbaumstandard entwickelt hat.

Wir bleiben dran und nehmen uns fest vor, im kommenden Jahr den Revisionsprozess abzuschließen und weiterhin als Ansprechpartner Nummer eins für alle Waldbesitzer und Förster zu dienen, die sich mit der FSC-Zertifizierung auseinander setzten.

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4. Marktüberblick: In 2015 alle Zahlen positiv – 2016 mit Herausforderungen


Marktsituation im Jahr 2015

Das Jahr 2015 wird mit überwiegend positiven Marktzahlen zu FSC enden. Die Nachfrager am Ende von Lieferketten, insbesondere Einzelhändler und Markeninhaber, steigern die Nachfrage bei Papier, besonders bei Verpackung. Bei Möbeln sind eine verhaltene Nachfragesteigerung festzustellen sowie ein langsamer Ausbau des Angebotes für den Endkunden und Verbraucher. Bei Holzkleinwaren (Haushaltsware, Aktionsware) gibt es ein deutliches Wachstum, welches wir über das Niveau der Werbeaktivitäten der Endkundenhändler ablesen.
Ein für den FSC nach wie vor noch in den Anfängen steckender Sektor ist die Bauwirtschaft, bei gleichzeitig boomenden Holzbau und Verwendung von Holz am Bau. Es gibt einige sichtbare Ansätze mit FSC: So sind etwa 10 Holzbaufirmen in Deutschland und mehrere Dutzend Hersteller von Bauelementen oder Einzelgewerken wie Innenausbau, Fassadenbau oder Bodenleger zertifiziert. Erfreulich ist eine Zunahme der Anfragen im FSC-Büro rund um Fragen der öffentlichen Beschaffung. Zwar wurden wichtige Punkte bei den Regeln zur öffentlichen Beschaffung erst kürzlich geklärt, etwa, wie die Nachweisführung unter Einsatz eines Produktkettenzertifizierungssystems stattfinden soll (s. Beitrag 2 in diesem Newsletter zur Holzbeschaffung des Bundes). Doch zeigt die zunehmende Zahl der Anfragen, dass mehr Aktivitäten stattfinden. Es finden vor diesem Hintergrund auch FSC-Zertifizierungen statt – hier ist insbesondere der Großraum Berlin zu nennen. Die Verwaltung der Stadt Berlin hat klarstellende Regeln für die Holzbeschaffung veröffentlicht, die vermutlich Modellcharakter haben und als eine grundlegende Anforderung die Produktkettenzertifizierung von ausführenden Betrieben fordert.


Positives ist aus der Sägebranche zu berichten: Aufgrund bestehender Datenbankstrukturen können wir hier nur Schätzungen machen, aber es haben sich in 2015 eine Anzahl von Nadel- und Laubholzsägewerken zertifizieren lassen. So ist faktisch die gesamte rohholzaufnehmenden Industrie im Nordschwarzwald im Rahmen eines Multi-Site-Zertifikates zertifiziert. Es gab auch Zuwachs im Bereich der mittelgroßen Nadelholzsäger. Im Süd-Westen Deutschlands, wo derzeit die überwiegende FSC-Waldfläche liegt ist, ist ein einmalige Wettbewerbsvorteil entstanden: Nur hier gibt es mit einfacher Logistik erreichbar große Mengen FSC-Rundholz und gleichzeitig haben Mitbewerber aus umliegenden Gebieten (wie Frankreich, Österreich und FSC-waldarme Bundesländer wie Bayern) kaum Möglichkeiten FSC-Schnittholz oder -Restholz zu liefern.


Aus der Druckbranche gibt es Signale, dass vor dem Hintergrund des weitergehenden Strukturwandels die Aufwendungen für das FSC-Zeichen auf dem Prüfstand stehen. Unternehmen prüfen die Kosten-Nutzen-Situation für die Kennzeichnung und die Aufrechterhaltung des FSC-Zertifikates. Allerdings wächst hier trotzdem die Anzahl der FSC-Unternehmen und es finden Umstellungen von Drucksachen auf FSC statt. Ein bekanntes Beispiel ist der wöchentliche Flyer von real. Der FSC hat sich vorgenommen, bei der derzeit laufenden Überarbeitung der Regeln für die FSC-Warenzeichen Verfahren für die Unternehmen zu vereinfachen und zu optimieren (mehr dazu unter http://www.fsc-deutschland.de/de/trademark/berarbeitung-trademark-standards).


Einen starken Nachfrageeffekt zeigen Kooperationen der Umweltverbände mit dem Einzelhandel: Der WWF arbeitet zusammen mit Edeka. Der Nabu unterstützt Rewe im Rahmen des ProPlanet-Programmes. Weitere nachfragestarke Einzelhändler ziehen ebenso mit Nachdruck voran. Umweltverbände empfehlen Holzkäufern auf FSC zu achten. Neben WWF, Greenpeace und Bund ist insbesondere der Nabu mit einer klaren Positionierung zu beachten (https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/waelder/waldbewirtschaftung/holz.html).


Der FSC International startet ab Mai 2015 seine Marketingkampagne „Wälder Für Immer Für Alle„ und stellt FSC-Unternehmen dieses Material zur Verfügung. Im Baukasten-Stil können sich FSC-Unternehmen auf folgender Homepage bedienen: https://marketingtoolkit.fsc.org/. Ziel ist es, mit neuen Wort-Bild-Marken, den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen durch FSC zu steigern. 
Die Zertifikats- und FSC-Betriebszahlen in Deutschland und in der Welt haben sich wie folgt entwickelt:


Im Jahr 2015 gab es nur kleinere Regeländerungen, die Unternehmen betreffen. Insbesondere wurden die Regeln für die Anerkennung von Pre-Consumer-Recyclingmaterial veröffentlicht (http://www.fsc-deutschland.de/de/aktuelles/id/144). Allerdings gab es zahlreiche Anhörungen zur Überarbeitung von Standards in der Lieferkette im Rahmen laufender Revisionsprozesse.

 

Branchenmonitoring zur Zertifikatszahlen

Die nachfolgende Tabelle stellt die Entwicklung der Anzahl von FSC-Unternehmen nach Produktgruppen dar. Damit können Hinweise für die Marktentwicklung in wesentlichen Branchen gegeben werden. Der Trend 2016 basiert auf diesen Zahlen sowie weiteren Faktoren, die wir in die Abschätzung einbezogen haben.

Ausblick 2016

In einer Abfolge von Branchen schätzen wir, dass das Marktwachstum des FSC im Verpackungssektor, im Möbelsektor und im Bereich der Nicht-Holz-Waldprodukte am stärksten sein wird. Kleinprodukte aus dem Bereich Küche, Wohnen und Deko werden auch dynamisch wachsen. Die Chancen stehen gut, dass FSC in den Wertschöpfungsketten, die in die Bauwirtschaft liefern, Fuß fassen kann. Der wichtige Bereich der Druckdienstleister wird auf hohem Niveau weiterhin FSC umsetzen.
Das Jahr 2016 bringt in allen die Lieferkette betreffenden Standards Veränderungen: So ist zu erwarten, dass der FSC-Produktkettenstandard FSC-STD 40-004 in neuer Fassung verabschiedet wird und ebenso der FSC-STD 50-001 zum Einsatz der FSC-Warenzeichen. Der FSC Controlled Wood-Standard FSC-STD 40-005 wurde bereits Ende 2015 verabschiedet und eine Veröffentlichung ist jederzeit zu erwarten.
Damit ist das Jahr 2016 das „FSC-Regeländerungsjahr“. Vor diesem Hintergrund werden wir uns auf die Bereitstellung von Hilfen für FSC-Unternehmen konzentrieren. Wir werden dafür arbeiten, dass das Jahr 2016 damit endet, dass die Mehrzahl der FSC-Unternehmen in Deutschland (und Österreich) die neuen Regeln verwenden.

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5. Das FSC®-Trademark-Service-Jahr 2015

Die Zahl der mit dem FSC-Label gekennzeichneten Produkte ist auch 2015 stetig gewachsen. Genauso steigen die Aktivitäten rund um den Einsatz der FSC-Warenzeichen für den werblichen Einsatz kontinuierlich. 2015 konnten wir weitere Unternehmen unterschiedlichster Branchen gewinnen, die FSC-Warenzeichen in ihrer Kundenkommunikation einsetzen.
50 Prozent der deutschen Verbraucher kennen das FSC-Zeichen, knapp 40 Prozent von diesen bevorzugen Geschäfte, die FSC-zertifizierte Waren führen.

Um die Verbraucher für Umweltschutz auch auf emotionaler Ebene zu sensibilisieren und die Bekanntheit des FSC-Labels weiter zu steigern, gibt es seit August dieses Jahres die neue Text-Bild-Marke „Wälder für Immer für Alle“. In ansprechender Weise verbindet dieser neue Slogan die Vision des FSC, die Wälder der Welt für alle zukünftigen Generationen zu sichern, mit den im und vom Wald lebenden Tieren und Menschen. Erste Produkte tragen bereits die neue Text-Bilde-Marke und auch Werbelizenznehmer setzen in ihrer Kundenkommunikation auf die neue FSC-Marke.


Über den Jahreswechsel steht die Überarbeitung der Regeln für den Einsatz der FSC-Warenzeichen durch zertifizierte Unternehmen an. Die Revision dieser im Standard (FSC-STD 50-001) festgelegten Regeln soll es Unternehmen leichter machen, FSC-Botschaften beim Verbraucher zu platzieren. So beinhaltet die Revision unter anderem Vorschläge für neue Produktkennzeichen, die Einführung eines Selbstfreigabeverfahrens und für die Einführung von Einschränkungen beim Einsatz der Warenzeichen auf Rechnungen und anderen Lieferdokumenten.
Derzeit sind in Deutschland, Österreich und Liechtenstein (Aktionsraum des deutschen Warenzeichenservices) 135 N-Lizenznehmer aktiv. Dies ist ein Rekordwert seit Einführung des N-Lizenzsystems. Aber nicht nur dass die Zahl der N-Lizenznehmer angestiegen ist, so ist auch deren Aktivität gestiegen. Die Reichweite (gedruckte Werbemittel, in denen die FSC-Warenzeichen zur Auslobung verwendet werden) ist von geschätzt 4,1 Milliarden in 2014 auf 6.1 Milliarden in 2015 gewachsen.

FSC Deutschland geht Hinweisen zur fehlerhaften oder nicht-autorisierten Verwendung der FSC-Warenzeichen nach. Im Jahr 2015 wurden zwei Unterlassungserklärungen (Erklärung die Rechte des Warenzeicheninhaber nicht mehr zu verletzen) durchgesetzt, drei Kundeninformationen zu fehlerhaften Produkten veröffentlicht und eine begrenzte Anzahl von Beschwerden bei Unternehmen, Zertifizierungsstellen und dem Akkreditierer der FSC-Zertifizierungsstellen (Accreditation-Services-International GmbH) platziert.

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6. Neues Managementsystem bei FSC Deutschland: mit ISO9001 mehr für die Nachhaltigkeit erreichen

In den letzten Jahren hat sich die Aktivität von FSC Deutschland grundlegend gewandelt. Während wir in den Gründungsjahren überwiegend damit beschäftigt waren forstliche Standards zu entwickeln, hat sich unser Aufgabenfeld in den letzten Jahren erheblich verbreitert. Inzwischen stehen wir im Kontakt zu über 3500 Unternehmen, die alleine in Deutschland mit dem FSC arbeiten. Mit der großen Anzahl von bestehenden und der noch größeren Zahl von potentiellen Partnern hat sich die Notwendigkeit ergeben unser Serviceportfolie zu überdenken. Das Serviceangebot umfasst derzeit technische Auskünften am Telefon, kontinuierlich stattfindende Workshops zur Chain of Custody, ein umfassender Trademark-Service im Bereich der Bewerbung von FSC-Produkten, Übersetzungsdienstleistungen für alle zentralen FSC-Regelwerke, die Umsetzung von Beteiligungsworkshops für internationale Regelwerke, Unterstützung bei der Klärung von Konflikten im Zertifizierungsgeschehen und viele weitere Dienstleistungen für Unternehmen rund um FSC-Zertifikate. Ziel ist und war es, zielgerichtet, effizient und kundenorientiert vorzugehen. Unser Handeln konzentriert sich dabei darauf, dass die Idee FSC beim Kunden aufgegriffen, verstanden und angewandt wird. Es soll eine „Win-Win-Situation“ entstehen: Wirtschaftlicher Erfolg in der Verarbeitung und im Handel wird mit Waldschutzzielen gekoppelt.

Um unseren eigenen Serviceansprüchen gerecht zu werden, haben wir uns im letzten Jahr umfassend neu strukturiert und ein Qualitätsmanagementprogramm aufgesetzt, das im Frühjahr 2015 erfolgreich nach ISO 9001:2008 auditiert werden konnte. Kundenorientierung, Bewertung des Handelns und Handlungsbedarf werden nun strukturiert umgesetzt.

Um sicherzustellen, dass nicht nur unsere internen Qualitätsansprüche belastbar sind, sondern dass dadurch auch tatsächlich mehr Zufriedenheit beim Kunden und mehr Zusammenarbeit mit FSC-Partnern entsteht, führen wir inzwischen wiederkehrend verschiedene Umfragen durch. Durchgehen bekommen wir von unseren Zielgruppen und Partnern bestätigt, dass für unsere angebotenen Services ein hohes Maß an Zufriedenheit besteht. Gleichzeitig erhalten wir wichtige Hinweise, wo Veränderung nötig ist und Bedarf an weiteren Aktivitäten und Services besteht.

Mit dem erlangten QM-Zertifikat und den damit verbunden internen Strukturwandel blicken wir zufrieden auf das Jahr 2015 zurück und gehen davon aus, dass wir im Dialog mit FSC-Betrieben in Deutschland auch in Zukunft Unterstützung für die zahlreichen aufkommenden FSC-Prozesse in Deutschland liefern werden. Wir freuen uns, wenn Sie uns als Partner bei der Einführung dieses neuen Managementkonzeptes begleiten.

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7. Unser Angebot für Sie: Schulungen zum Thema FSC

FSC Deutschland bietet für Unternehmen, Berater und Interessierte ein attraktives Schulungs- und Weiterbildungsprogramm. Zu zahlreichen Themen stehen Ihnen unsere Experten mit ihrem Knowhow zur Verfügung. In den jeweiligen Schulungen erfahren Sie alles Wichtige, was Sie zum Umgang mit FSC wissen müssen und wie FSC zu Ihrem Unternehmenserfolg beitragen kann.

Einführung in die Chain-of-Custody (CoC) und Handbuchseminare (HBS)

Die FSC-Produktkettenzertifizierung (Chain of Custody, FSC-COC-Standard 40-004)

EU-Holzhandelverordnung: Mit FSC einfach umsetzen und Sorgfaltspflichten erfüllen

Nutzung der FSC-Warenzeichen: Zeichen setzen und Kunden gewinnen (FSC-STD-50-001)

Anwendung der neuen internationalen Werbekampagne : Wälder Für Immer Für Alle

Termine Einführung in die CoC und Handbuchseminare (HBS) 2016

12.01.2016
13.01.2016

Stuttgart

COC und
Handbuchseminar

14.01.2016
15.01.2016

Nürnberg

COC und
Handbuchseminar

25.01.2016
26.01.2016

Köln

COC und
Handbuchseminar

01.02.2016
02.02.2016

Frankfurt

COC und
Handbuchseminar

04.02.2016
05.02.2016

Hannover

COC und
Handbuchseminar

16.02.2016
17.02.2016

Hamburg

COC und
Handbuchseminar

18.02.2016
19.02.2016

Berlin

COC und
Handbuchseminar

03.03.2016
04.03.2016

Bielefeld

COC und
Handbuchseminar

15.03.2016
16.03.2016

Freiburg

COC und
Handbuchseminar

Gerne reisen wir für eine individuelle Hausschulung auch zu Ihnen. Hier gehen wir gezielt auf den
Informationsbedarf Ihres Betriebes zur FSC-Zertifizierung ein. Zu unseren Schulungen können Sie sich hier anmelden.

Schreiben Sie Ihr persönliches Handbuch unter Expertenanleitung Schritt für Schritt

Im zweitägigen FSC-Handbuchseminar (in Kombination mit einem CoC-Schulungstermin) entwerfen Sie unter Anleitung das Handbuch für Ihr Unternehmen. Sie beschreiben Ihre Verfahren, wie die Regeln des FSC in Ihrem Unternehmen umgesetzt werden. Ihr Handbuch ist die Grundlage für ein reibungsloses, schnelles und erfolgreiches CoC-Audit. Das Konzept zum Handbuchseminar finden Sie untenstehend.

Bilanz nach drei erfolgreichen Seminaren 2015. Das sagen unsere Teilnehmer:

Wir waren mit dem Seminar sehr zufrieden und sind auch sehr froh, daran teilgenommen zu haben. Resümierend kann ich zum Ausdruck bringen: Das Handbuchseminar hat unserem Unternehmen Multicolor pharmazeutische Packmittel GmbH den Zugang zum Handbuch stark vereinfacht! Das Seminar war praxisnah, vielfältig und hat Spaß gemacht.“ (Ulrich Amarell, MultiColor, pharmazeutische Packmittel GmbH)

„Bei dem Handbuchseminar in Hamburg haben wir wertvolle Tipps und Hinweise für die Erstellung und Aktualisierung unseres Handbuchs erhalten. Der Ablauf war sehr praxisnah und man ist gut auf die verschiedensten Fragen eingegangen. Somit konnten wir viel neues Wissen mitnehmen aber auch Altes auffrischen. Durch dieses Seminar können wir unsere Gesellschafter in ihren Bestrebungen tatkräftig unterstützen.“ (Jörg Knupper, hagebau, Handelsgesellschaft für Baustoffe mbH & Co. KG)

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