Newsletter Februar 2014

Neues vom FSC Deutschland

FSC Newsletter Februar 2014 – Termine, Berichte und Neuigkeiten (© Halina Zaremba / pixelio.de)© Halina Zaremba / pixelio.de

FSC Newsletter Februar 2014


Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, Ihnen heute den neuen FSC Deutschland-Newsletter übersenden zu können. Auch diesmal beinhaltet dieser hauptsächlich die anstehenden Termine und Veranstaltungen, aber auch die aktuellen Ereignisse aus dem Umfeld des FSC.

Insbesondere freuen wir uns darüber, mittels unseres Newsletters die konkreten Erfolge für den FSC und seine Mitglieder zu kommunizieren. So hat es FSC Canada es in seinem Standard erreicht die Rechte von indigenen Gruppen durch neue Prinzipien nahhaltig zu stärken. Auch die Vereinbarungen eines großen schwedischen Möbelkonzerns mit ROBIN WOOD, künftig FSC- oder Recycling-Papier zu verwenden und anzubieten, lassen hoffen, dass sich zumindest in Bezug auf die Papierbeschaffung des Unternehmens nun etwas zum besseren für die Wälder dieser Erde wendet. Schade nur, dass in diesem wie auch in vielen anderen Fällen Unternehmen und Marktteilnehmer letztendlich erst durch Verbände oder Medien zu verantwortungsvollem oder gar nachhaltigem Handeln gedrängt werden müssen.

Wir schätzen Ihr stetes Interesse und Engagement für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft und wünschen Ihnen nun viel Spaß mit dem Newsletter für den Monat Februar.

Ihr FSC Deutschland-Team


Inhalt:

  1. Internationale Vereinheitlichung von FSC-Standards – das Konzept der International Generic Indicators
  2. Neue FSC-Stakeholderbroschüre für Bürger und Verbände erhältlich
  3. Neue internationale Informationsseite zu OCP ist online!  
  4. Robin Wood: Tropenholz im IKEA-Papier gefunden
  5. Empfehlung zur Holzvermarktung: Welche Strategie ist zielführend?
  6. FSC Kanada startet Initiative zur Stärkung der Rechte indigener Gruppen in kanadischen Wäldern
  7. Einstweilige Verfügung gegen Bieter ohne Produktkettenzertifikat
  8. FSC-Warenzeichen: Pilotverfahren für Zertifikatsinhaber
  9. Johannes Litschel – der Neue in der Geschäftsstelle
  10. „Packaging for Forests“ – FSC-Konferenz am 13.05.2014 auf der Interpack!
  11. FSC Schulungen zur Produktkette
  12. Hinweis: unser Verteiler wurde bereinigt

Terminübersicht:
06.03.2014 Produktkettenschulung in Kassel
06.03.2014 Vortrag, Landmark-Ausstellung: "Produktgruppe Holz, nachhaltig zu beschaffen", Ort: Hamburg
20.03.2014 Schulung für die FSC-Produktkette in Wien
27.03.2014 FSC Branchenausschuss Druck & Papier
03.04.2014 FSC-Schulung für Chain-of-Custody Unternehmen in Bremen
13.05.2014 Packaging for forests - FSC-Verpackungskonferenz, Düsseldorf
15.05.2014 Schulung für Unternehmen in der Produktkette, Düsseldorf
24.-25.06.2014 FSC Deutschland Vollversammlung 2014, Mainz
31.08.-02.09.2014 Messe: Spoga Gafa - Die Gartenmesse in Köln
07.-14.09.2014 7th FSC General Assembly, Sevillia (Spanien)
21.-25.10.2014 Messe: Orgatec - Modern Office & Object, Köln



1. Internationale Vereinheitlichung von FSC-Standards – das Konzept der International Generic Indicator

Erstmalig in der noch jungen Geschichte des Forest Stewardship Council kam es 2012 zur grundlegenden Revision der Prinzipien und Kriterien (P&C´s). Ergebnis dieser umfangreichen Überarbeitung sind die nun vorliegenden 10 Prinzipien und 70 Kriterien, die auch zukünftig weltweit einheitlich für FSC-zertifizierte Forstwirtschaft gelten. Die Herausforderung besteht nun insbesondere für all jene Länder, die über einen nationalen FSC-Standard auf Grundlage der bisher gültigen Prinzipien und Kriterien verfügen, darin, diesen zu überarbeiten und mit Blick auf die neuen Regeln anzupassen. Mit der Entwicklung von sogenannten International Generic Indicators (IGI) soll nun die Anpassung der nationalen FSC-Standards auf die neuen, Rahmen gebenden Prinzipien und Kriterien erleichtert werden. Darüber hinaus haben diese noch weitere, wichtige Funktionen und werden maßgeblich zur weltweiten Harmonisierung der FSC-Zertifizierung beitragen. Bis 31. März 2014 können die vorgeschlagenen IGI´s kommentiert werden, bevor voraussichtlich im Sommer 2014 die finalisierte Version vorliegen wird.


Die IGI´s greifen alle Inhalte der neuen Prinzipien und Kriterien auf und machen diese für die Prüfung im Wald vor Ort operational. Nach einer ersten Konsultation im letzten Jahr läuft nun die zweite öffentliche Konsultation zu diesem neuen Regelwerk.

Beim Anpassungsprozess zugelassener nationaler FSC-Standards an die neuen Prinzipien und Kriterien sollen die IGI´s nationale FSC-Arbeitsgruppen dabei unterstützen, entstehende Lücken zu schließen. Neuerdings gilt eine Reihe von Kriterien, die neue Inhalte thematisieren, für diese gibt es jedoch bisher auf nationaler Ebene noch keine Indikatoren. Nationale FSC- Arbeitsgruppen können  künftig den entsprechenden Indikator aus den IGI´s nutzen, um diese inhaltliche Lücke zu schließen.

Bei der Entwicklung eines neuen FSC-Standards haben die nationalen Arbeitsgruppen jetzt weltweit eine klare Orientierung, eine solide Basis für die Ausgestaltung von national/regional gültigen Indikatoren. Die nun vorgelegten IGI´s werden international maßgeblich zur Harmonisierung von FSC-Standards beitragen. Nationale Arbeitsgruppen haben dabei die Freiheit, IGI´s direkt in den Standard zu übernehmen, sie anzupassen, zu erweitern, zusätzliche Indikatoren zu definieren oder ggf. auch zu streichen. In Ländern mit aktiven FSC-Arbeitsgruppen, wie beispielsweise Deutschland, werden die IGI´s tendenziell eine etwas geringere Bedeutung haben. Im Vergleich dazu werden die IGI’s in Ländern mit weniger aktiven FSC-Mitgliedern und Stakeholdern eine ganz wesentliche Stütze bei der Standardentwicklung sein. Werden die vorgeschlagenen IGI´s im Wortlaut übernommen, geben die nationalen Arbeitsgruppen eine kurze Begründung ab, warum dies der Fall ist. 

In Ländern ohne zugelassene FSC-Arbeitsgruppe, und damit auch ohne nationalen FSC-Standard, ist eine FSC-Zertifizierung ebenfalls möglich. Bisher kommen hier Standards zum Einsatz, die von den zuständigen Zertifizierungsorganisationen auf Grundlage der internationalen Prinzipien und Kriterien entwickelt wurden. Zukünftig werden die IGI´s in Ländern ohne nationalen FSC-Standard eine verbindliche Grundlage für jede FSC-Zertifizierung im Wald darstellen.

Der zweite Entwurf der IGI´s wird nun öffentlich konsultiert. Der FSC hat eine eigene Homepage eingerichtet, auf der die IGI´s kommentiert werden können und auf der viele Hintergrundpapiere zu finden sind. Vor allem für Jene, die ein Interesse an global verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung  haben, ist die Kommentierung der IGI´s von großer Bedeutung. Die Konsultation der IGI’s stellt die seltene Chance dar, global unmittelbar Einfluss auf die forstliche Praxis nehmen zu können. Folgende Fragen sollte man sich stellen, wenn man sich mit den IGI´s befasst:

  • Sind die Inhalte des jeweiligen Kriteriums durch die entsprechenden Indikatoren abgedeckt?
  • Sind die Indikatoren weltweit in der Praxis anwendbar?
  • Sind sie prüfbar und messbar?
  • Ist die Sprache verständlich?
  • Können die IGI´s auch von kleineren Waldbesitzern eingehalten werden?

Weitere Infos zu den IGI´s und die Möglichkeit, diese zu kommentieren, finden sich hier: http://igi.fsc.org

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2.  Neue FSC-Stakeholderbroschüre für Bürger und Verbände erhältlich


Der FSC-Waldbereich freut sich, mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz die Broschüre „Beteiligung an der FSC-Waldzertifizierung“ neu präsentieren zu können. Diese Broschüre schildert die verschiedenen Möglichkeiten von Stakeholdern (gemeint sind alle Personen und Personengruppen für die es aufgrund ihrer jeweiligen Interessenlage von Belag ist wie ein Wald genutzt wird, z.B. Bürger und Verbände) sich im Rahmen der FSC-Zertifizierung im Wald aktiv einzubringen.

Das FSC-System lebt maßgeblich von der Beteiligung aller Menschen, die Interesse am Wald haben. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten sich einzubringen: sei es durch direktes Mitwirken z.B. bei der Standardentwicklung, durch kritische Anmerkungen, Beobachtungen oder über die Ansprache von Missständen gegenüber dem Zertifizierer. Wie genau ist das Beteiligungsverfahren bei FSC und bei der Forstzertifizierung ausgestaltet? Was leistet der FSC in diesem Bereich, um der Forderung nach Transparenz gerecht zu werden? Welche Mittel und Wege stehen einem Stakeholder bzw. Interessenvertreter bei einem etwaigen Beschwerdeverfahren zur Verfügung?

Diese Fragen beantwortet die nun erschienene Broschüre anschaulich und erklärt darüber hinaus in einem Glossar verschiedene Fachbegriffe, die für das Verständnis der Beteiligungsmöglichkeiten von Bedeutung sind. Die gut 20-seitige Broschüre ist als Printversion ab sofort bei der Geschäftsstelle kostenfrei erhältlich. Des Weiteren steht auf www.fsc-deutschland.de das Dokument als pdf-Datei zum Download bereit. Zeitnah ist auch eine englische Übersetzung dieser Broschüre geplant.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmal herzlich bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz für die Unterstützung bedanken und freuen uns auf Ihr Interesse an dieser Broschüre und über Ihren Beitrag zu FSC-Zertifizierungen.

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3. Neue internationale Informationsseite zu OCP ist online! 

Immer wieder erreichen den FSC Fragen rund um das Thema Online Claims Platform, also der geplanten Digitalisierung von FSC-Aussagen in der Produktkette. Alle Fragen zum Umfang der Plattform, dem aktuellen Stand des Test-Systems, dem geplanten zeitlichen Ablauf, Möglichkeiten der Beteiligung sowie Informationen zur Einführung finden Sie künftig immer aktuell auf der OCP-Webseite des FSC.

Mit dieser neuen Webseite möchte FSC betroffenen Akteuren die Chance geben sich umfangreich zu informieren, um sich an der weiteren Debatte zur Einführung der OCP mit entsprechendem Kenntnisstand beteiligen zu können. Auch das von vielen Stakeholdern angesprochene Informationsdefizit zur Online Claims Platfom soll so mit dieser speziellen Webseite und ihrem  Fragen & Antworten Bereich behoben werden.

Die neu FSC OCP Webseite finden Sie unter: http://ocp-info.fsc.org/

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4. Robin Wood: Tropenholz im IKEA-Papier gefunden


Hat sich der Elch wieder im Tropenwald verlaufen? Seit einiger Zeit führen die Filialen des schwedischen Möbelgiganten IKEA unter anderem auch einen eigenen Paper-Shop: Abteilungen, in denen man allerlei Papierprodukte wie Geschenkpapier, Schachteln, Notizbücher und vieles mehr finden kann. Die Umwelt- und Naturschutzorganisation ROBIN WOOD, die auch Mitglied beim FSC Deutschland ist, fragte sich bereits im vergangenen Jahr, woher IKEA das Papier für diese neuen Verkaufsartikel bezieht und nahm selbiges einmal genauer unter die Lupe. Das Ergebnis: Ein Großteil der analysierten Papiere enthält Holzfasern von tropischen Akazien, wie sie nur in Südostasien, hauptsächlich aber in den großflächigen Plantagen Indonesiens, wachsen. Dort werden seit Jahren in großem Stil Naturwälder abgeholzt und Landbewohner vertrieben, um Platz für Plantagen und trostlose Monokulturen zur Versorgung der Zellstoff- und Palmölindustrie zu schaffen. In einigen Papierprodukten, u.a. aus der Reihe „Särskild“, wurden sogar Zellstofffasern von tropischen Baumarten aus den Urwäldern Indonesiens gefunden. IKEA fördert mit seinen Paper-Shops somit nicht nur indirekt sondern auch ganz unmittelbar die Abholzung in natürlichen Tropenwäldern.

Auf die öffentliche Kritik von ROBIN WOOD im November 2013 an der fragwürdigen Herkunft des Papiers reagierte IKEA. Der Konzern stoppte die Produktion von Paper-Shop-Artikeln, bei denen nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sie tropische Holzfasern beinhalten. IKEA teilte nun, nach Gesprächen mit Vertretern von ROBIN WOOD, mit, dass bis spätestens 1. Juni 2014 die gesamte Produktion des Paper-Shop Sortiments auf FSC-zertifizierte (FSC-MIX, FSC-Recycled oder FSC-100%) Rohstoffe oder auf Recyclingpapier umgestellt wird.

Die bereits produzierten Papierprodukte werden allerdings nicht aus dem Sortiment genommen. IKEA hat sich zudem dazu entschlossen, den Ertrag aus den Tropenholz-Papierprodukten an eine NGO in Südostasien zu spenden.

Darüber hinaus hat IKEA angekündigt, dass bis zum Ende des Finanzjahres 2014 (Ende August 2014) das Papier für die IKEA-Kataloge vollständig auf „FSC-MIX“-Papier umgestellt werden soll.

Die Umweltorganisation ROBIN WOOD sieht das als einen Schritt in die richtige Richtung, fordert jedoch weitere Nachbesserungen bezüglich der Papierbeschaffung und Produktkennzeichnung von IKEA. Beispielsweise konnte der Möbelkonzern bis jetzt nicht erklären, wie es trotz konzerneigener Überwachungssysteme zur Verarbeitung von Tropenholz in Papierprodukten kommen konnte. Aus Sicht von ROBIN WOOD ist es notwendig, die nun verbesserte Papierpolitik auf das gesamte Sortiment von IKEA auszuweiten und dies transparenter zu machen. Dabei soll die genaue Herkunft der Rohstoffe für sämtliche Papierprodukte, Verpackungen und Kataloge offen gelegt und ein Aktionsplan zur Umstellung des Papiersortiments auf FSC- und Recyclingpapier ausgearbeitet werden.

Aus Verbrauchersicht wäre auch eine klare Produktkennzeichnung bezüglich der Holzherkunft durch das FSC-Siegel im gesamten IKEA-Sortiment wünschenswert. Damit hätten Konsumenten die Entscheidungsfreiheit, ob Ihr „Billy-Regal“ oder „Malm-Bett“ aus zertifizierter Forstwirtschaft oder aus unklaren Quellen kommen soll. Der Fall des Paper-Shops zeigt erneut, dass nur unabhängige Zertifikate wie FSC auf Produkten für den Verbraucher eine zuverlässige Aussage darüber geben können, ob das Produkt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft stammt.

Web-Links zum Thema:
> Verhandlungsprotokoll: ROBIN WOOD und IKEA
> Presseerklärung von ROBIN WOOD
> Artikel im Mitgliedermagazin von ROBIN WOOD


 
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5. Empfehlung zur Holzvermarktung: Welche Strategie ist zielführend?

Die FSC Zertifizierung eines Forstbetriebes findet aufgrund vielfältiger Motivationen statt. Häufig  stehen im öffentlichen Wald die Verbesserung der Betriebsabläufe und die bessere Darstellung der Waldbewirtschaftung in der Öffentlichkeit im Vordergrund. Der wirtschaftliche Vorteil  beim Holzverkauf kann ein Grund zur Zertifizierung sein, ist aber vermutlich eine notwendige Bedingung zur Aufrechterhaltung der Zertifizierung. Man stelle sich die Wortmeldung im Stadtparlament vor: „Und was hat das FSC Zertifikat im Stadtwald dem Stadtsäckel gebracht?“

Eine Studie zum Vermarktungsverhalten von Ulrich Malessa, Mitarbeiter beim FSC Deutschland, kommt zum Schluss, dass es deutlich unterschiedliche Strategien gibt. Er unterscheidet drei prinzipielle Typen:

  • FSC-Verkauf sortimentsweise optimiert: Der Betrieb optimiert seine Vorteile im Verkauf von FSC-Holz sortimentsweise, indem Sortimente bereitgestellt werden, die FSC-Kunden angedient werden. Nur wenn sich dadurch Vorteile für den Betrieb ergeben, wird die Ware als FSC-zertifiziert deklariert.
  • FSC auf Holzrechnung bei Nachfrage: Der Betrieb vermerkt auf den Holzrechnungen, bei denen Kunden gesondert nachfragen, dass die Lieferung FSC-zertifiziert ist. Unabhängig davon, ob dies durch den Kunden honoriert wird.
  • FSC auf alle Holzrechnungen: Der Betrieb vermerkt auf allen Holzrechnungen, dass die Ware FSC-zertifiziert ist – unabhängig, ob der Kunde nachgefragt hat, dies wünscht, es honoriert oder ignoriert.

In einem Diskussionsbeitrag werden folgende Empfehlungen für den Holzverkauf formuliert:

  1. Bewusstmachung der eigenen Vorgehensweise in Bezug auf die FSC-Rohholzvermarktung: Liegt eine Strategie vor? Welche Ausprägung und Auswirkung hat diese Strategie?
  2. Pflege der Beziehung zu FSC-zertifizierten Nachfragern. Dies kann durch eine Vermarktungsstrategie stattfinden, die explizit auch FSC als relevanten Marktaspekt berücksichtigt. Nur über das Kennen der FSC-Kunden und das Erkennen der Marktchancen mit FSC kann ein Forstbetrieb sich an der Mehrwertgenerierung durch das FSC-Zeichen beteiligen.
  3. Bewertung von Vor- und Nachteilen, wie im Text nachfolgend dargestellt, der Strategietypen vor dem betrieblichen Hintergrund. Ziel: fundierte Abwägung zur Findung der betriebseigenen Strategie.

Der Vorstand der FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V.  kam auf seiner Vorstandssitzung am 16.1.2014 zu folgender Schlussfolgerung: „Bei aktueller Marktlage scheint die Strategie „Markt fluten“ (Typ C) durchaus eine sinnvolle Variante. Gleichwohl soll im Verlauf von Diskussionen mit Forstbetrieben darauf hingearbeitet werden, dass Forstbetriebe eine Sensibilität dafür entwickeln, ihre FSC-Kunden besser zu identifizieren und zu kennen. Im besten Fall sollten FSC-Betriebe FSC-Holz bevorzugt an FSC-zertifizierte Abnehmer − unabhängig von einer Mehrpreisdebatte – liefern, um auf diese Weise eine Wertigkeit des FSC-Zertifikates zu etablieren.“

Spannend zu erwähnen: Das Vergaberecht für öffentliche Aufträge erlaubt bei teureren Produkten, die aber den verlangten ökologischen oder sozialen Standards voll entsprechen, dass Mehrpreise in begrenztem Umfang in Kauf genommen werden können. Dies hilft Betrieben, die den Wert der FSC-Zertifizierung beim Holzverkauf betonen und diesen am Markt realisieren wollen, erfolgreich auf dem Markt zu agieren.

Das Diskussionspapier finden Sie HIER zum Download.

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6. FSC Kanada startet Initiative zur Stärkung der Rechte indigener Gruppen in kanadischen Wäldern?

FSC Kanada stärkt in seinem Standard die Rechte der amerikanischen Ureinwohner und fordert von zertifizierten Forstunternehmen die konsequente Anwendung der sogenannten Free, Prior and Informed Consent (FPIC) Prinzipien. Diese internationalen FPIC Prinzipien stellen sicher, dass indigene Völker frühzeitig, umfangreich und mit entsprechendem Einfluss an Projekten beteiligt werden die ihren Lebensraum beeinträchtigen. Dabei sollen Lebensgrundlage und Traditionen der Ureinwohner geschützt werden. Zugleich wird mit FPIC sichergestellt, dass indigene Völker an der Wertschöpfung in ihren traditionellen Gebieten beteiligt werden.

In Kanada leben mehrals 80% der noch existierenden indigenen Gemeinschaften in Wäldern oder in unmittelbarer Nähe zum Wald. Kulturell wie auch ökonomisch sind die Waldgebiete für die kanadischen Ureinwohner von zentraler Bedeutung. Umso gravierender sind diese Gruppen von Forstwirtschaft und Folgen intensiver Waldnutzung betroffen, zumal sie in der Regel wenig bis gar nicht am Gewinn und Nutzen beteiligt werden.

Der Vorsitzende der National Aboriginal Forestry Association begrüßte die Aufnahme der FPIC Prinzipien in den FSC Standard ausdrücklich: „FPIC ist ein zentrales Prinzip der internationalen Menschenrechte, um unser Volk vor der Zerstörung unserer Kultur und Lebensgrundlage zu schützen. Als einziges Waldzertifizierungssystem hat FSC die freie und bevorzugte Information und Einwilligung (sinngemäße Übersetzung für FPIC) in seine Standards für die Forstwirtschaft übernommen.“

Francois Dufresne Vorsitzender von FSC Kanada betont, dass auch andere Stakeholder und auch Forstbetriebe von der Verankerung der FPIC Regeln im FSC Standard profitieren werden.

Nähere Informationen zu dem Thema finden Sie unter: https://ca.fsc.org/newsroom.239.225.htm

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7. Einstweilige Verfügung gegen Bieter ohne Produktkettenzertifikat

Das LG Hamburg hat in einer einstweiligen Verfügung vom 6. Dezember 2013 (416 HKO 10/13) die Position von COC-zertifizierten Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen gestärkt. In der Verfügung wird klargestellt, dass ausschließlich Betriebe, die selbst zertifiziert sind, eine entsprechende Erklärung zur Zertifizierung gegenüber der ausschreibenden Behörde abgeben dürfen. Dies gilt dann, wenn die Zertifizierung der Holzprodukte Bestandteil des Anforderungskatalogs ist.

Für den Fall eines Verstoßes, d.h. ein Betrieb gibt eine Erklärung zur Zertifizierung ab ohne jedoch selbst im Besitz eines gültigen Zertifikats zu sein, drohte das Gericht mit Strafzahlungen von bis zu EUR 250.000 wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens.

Forderungen nach Zertifizierung bei Holz- und Papierprodukten für öffentliche Aufträge sind u.a. in den Beschaffungsrichtlinien des Bundes sowie der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Hamburg verankert.

Mit diesem Urteil sorgt das Gericht für Klarheit bezüglich der Zertifizierung von Betrieben in der Produktkette, die im öffentlichen Auftrag Holzprodukte liefern oder fertigstellen. Die einfache Erklärung eines Betriebes, dass es sich im jeweiligen Fall um zertifiziertes Holz handelt, ist nach Auffassung des Gerichts nicht ausreichend.

Weitere Informationen zum Urteil finden Sie auf der Webseite von „It's Business Time“:
http://www.its-business-time.net/%C3%B6ffentliche-beschaffung/beschluss-lg-hamburg/

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8. FSC-Warenzeichen: Pilotverfahren für Zertifikatsinhaber

Der FSC hat mit den Vorbereitungen für ein Pilotprojekt zum Test eines Selbstfreigabeverfahrens für die Produktkennzeichnung begonnen. Im Laufe des Jahres 2014 soll das neue Verfahren für die Produktkennzeichnung und Werbung mit den FSC-Warenzeichen bei zertifizierten Unternehmen getestet werden.

Bislang muss jeder Einsatz von FSC-Warenzeichen durch den zuständigen Zertifizierer einzeln freigegeben werden. Dies erhöht den Verwaltungsaufwand und ist oft mit schnellen Produktionsabläufen nur schwer zu vereinbaren. Gleichzeitig will der FSC Risiken für einen fehlerhaften Einsatz der FSC-Warenzeichen begegnen und damit die Integrität und den Wiedererkennungswert auch im Sinne der zertifizierten Unternehmen schützen. Eine der Voraussetzungen zur Teilnahme am Pilotprojekt ist, dass ein Kurs zu den FSC-Warenzeichenregeln erfolgreich absolviert wurde. Der FSC arbeitet derzeit an einem Online-Kursmodul und wird dieses im Laufe des Monats März fertigstellen und anschließend für Interessenten zugänglich machen.

Das Pilotprojekt soll in sechs Ländern für eine Laufzeit von 12 Monaten getestet werden. Dabei ist Deutschland eines der ausgewählten Länder. Interessierte Zertifikatsinhaber können sich an ihre zuständige Zertifizierungsstelle wenden, sollten sie sich an dem Pilotprojekt beteiligen wollen. Sie erhalten hier nähere Informationen zum Ablauf und den weiteren Voraussetzen für die Einführung der Selbstfreigabe im Rahmen des Pilotprojekts.

Sollte der Online-Kurs zu den Warenzeichenregeln auch allen anderen Zertifikatsinhabern und Interessierten zugänglich werden, informieren wir in diesem Newsletter nochmal gesondert darüber.

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9. Johannes Litschel – der Neue in der Geschäftsstelle?

Seit Anfang des Jahres verstärkt Johannes Litschel unser Team in der FSC-Geschäftsstelle. Der 30-jährige unterstützt Elmar Seizinger im Waldbereich mit einer halben Stelle. Johannes Litschel war 2012 Praktikant in der Geschäftsstelle und konnte den FSC und sein Team hier bereits kennenlernen. Zuvor sammelte er neben seinem Studium unter anderem praktische Erfahrung am Institut für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main, wo er an einem Stakeholderprojekt mitarbeitete, das sich mit zukünftiger Waldbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels beschäftigte.

Johannes Litschel stammt gebürtig aus Baden-Baden und absolvierte in Freiburg seinen Bachelor- und Master-Abschluss im Fach Forstwissenschaften. Dazwischen studierte er drei Semester Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Schwerpunktmäßig wird er in der nächsten Zeit die Revision des Deutschen FSC-Standards unterstützend begleiten und verschiedene organisatorische Aufgaben im Waldbereich bearbeiten.

Neben seiner Arbeit beim FSC kennt er alle Filme der Welt und hat seit drei Jahrzehnten kein Spiel von Eintracht Frankfurt verpasst!

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10. „Packaging for Forests“ – FSC-Konferenz am 13.05.2014 auf der Interpack!

Für den ökologischen Rucksack eines Produktes ist nicht nur das Produkt an sich, sondern zunehmend auch die Verpackung, von Bedeutung. Der Verpackungssektor ist aktuell ein Innovations- und Wachstumssektor. Materialeinsparung, Verwendung von Recyclingmaterial sowie zertifizierten Bestandteilen sind dabei wichtige Elemente. Mittlerweile sind 20% aller FSC-zertifizierten Unternehmen, mit schnell wachsendem Aufwärtstrend, in der Verpackungsbranche tätig.

„Packaging for Forests“– Konferenz am 13.05.2014

Die eintägige Konferenz „Packaging for Forests“ am 13.05.2014 in Düsseldorf bietet Seminare, Podiumsdiskussionen und verschiedene Möglichkeiten, um sich mit anderen interessanten nationalen und internationalen Akteuren zu vernetzen. Geplant sind Seminare im Bereich der Beschaffung von FSC-zertifiziertem Material, zu nachhaltiger Verpackung als Marketing-Strategie und zur Rolle des FSCs für das CSR-Management von Unternehmen.    

Interesse? Jetzt anmelden und Frühbucherrabatt absahnen!
Bei einer Anmeldung als Teilnehmer bis zum 1. März 2014 haben Sie die Möglichkeit, von unserem Frühbucherrabatt von 10% auf den Eintrittspreis zu profitieren. 

  • EUR 420,-*Reguläre Teilnahmegebühr
  • EUR 350,- *Ermäßigter Tarif für FSC-zertifizierte und registrierte Unternehmen
  • EUR 300,- *Ermäßigter Tarif für NGO‘s, Zertifizierer, FSC Berater, FSC Mitglieder

*Alle Preise zzgl. 19% MWSt

Verpassen Sie nicht diese spannende Konferenz zum Thema grüne Verpackung und melden Sie sich noch heute an.
Laden Sie hier das Anmeldeformular von der FSC-Webseite herunter.

Wenn Sie an einem Sponsoring der Veranstaltung interessiert sind, informieren Sie sich in unserem Konzept zur Verpackungskonferenz, nutzen Sie die Chance und melden sich direkt an. 

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit:
Mareike Kröner, mareike.kroener [at] fsc-deutschland.de, +49 761 38653 51
Erika Müller, erika.mueller [at] fsc-deutschland.de; +49 761 38653 55

Weitere Informationen zur Veranstaltung und regelmäßige Aktualisierungen des Veranstaltungsprogramms finden Sie unter http://www.fsc-deutschland.de/konferenzen.168.htm.

Wir danken den Sponsoren der Konferenz „Packaging for Forests“ für Ihre freundliche Unterstützung:
SCA Packaging, DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG und unserem Medienpartner Verpackungs-Rundschau.

SCA PackagingSCA Packaging

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11. Hinweis: unser Verteiler wurde bereinigt

Wir haben aufgeräumt! Da sich in letzter Zeit die Rückläufer von nicht mehr vorhandenen E-Mailadressen und geblockten Postfächern gehäuft haben, waren wir gezwungen unseren Newsletterverteiler einmal richtig aufzuräumen. Leider können wir nicht ausschließen, dass bei dieser technischen Bereinigung auch treue Leser unseres FSC Deutschland Newsletters aus dem Verteiler herausgefallen sind.

Wenn Sie den monatlich erscheinenden FSC Newsletter nicht mehr per E-Mail erhalten, obwohl Sie diesen auch weiterhin gerne lesen möchten, melden Sie sich bitte erneut über die FSC Deutschland Webseite für den Newsletterempfang an. Alternativ können Sie uns auch eine kurze E-Mail an newsletter@fsc-deutschland.de schicken mit der Bitte um Aufnahme in den Verteiler.

Damit Sie künftig den FSC-Newsletter und andere Nachrichten vom FSC Deutschland problemlos empfangen können, schicken Sie bitte Ihrer IT-Abteilung einen Hinweis, dass der Absender FSC Deutschland und E-Mails von „@fsc-deutschland.de“ auf die sog. White-List gesetzt werden. Bei Ihrer privaten E-Mailadresse kontrollieren Sie bitte einfach den Spam-Ordner und markieren dann bitte die FSC-Mails als „kein Spam“.

Von unserer Seite haben wir unter anderem durch technische Umstellungen versucht das Risiko zu minimieren, durch Ihren Mail-Server als Spam-Mail qualifiziert zu werden. Dies ist auch der Grund dafür, dass wir das Design des Newsletters etwas angepasst haben. Bei den Inhalten zum Thema verantwortungsvolle Forstwirtschaft mit FSC in Deutschland und der Welt sind wir natürlich weiter bemüht Sie auf hohem Niveau zu informieren.

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12. Schulungen zur Produktkette

Wie sind Ihre Ausbildungsplanungen für 2014?
Haben Sie schon einmal über eine Schulung zum Thema FSC nachgedacht?
 
Für unsere FSC Workshops zur Produktketten-Zertifizierung reisen unsere Experten auch im kommenden Jahr wieder quer durchs Land. Geplant sind Schulungen unter anderem Kassel, Wien, Bremen und Düsseldorf. Wenn Sie sich zertifizieren lassen wollen, kurz vor dem Audit stehen oder noch mehr über FSC-Themen wissen wollen dann besuchen Sie unsere nächsten Schulungen zum Beispiel am 06.03.2014 in Kassel, am 20.03.2014 in Wien (Österreich) oder am 03.04.2014 in Bremen. Weitere Informationen zum Workshop-Inhalt und Anmeldeformulare und alle weiteren Termine finden Sie auf unserer Schulungsseite.

Für Kurzentschlossene: Für unsere Schulung am 03.4.2014 in Kassel sind noch letzte Plätze frei! Nutzen Sie die Chance sich umfangreich über die Möglichkeiten als zertifiziertes Unternehmen in der Produktkette zu informieren und melden Sie sich noch schnell bei der FSC Geschäftsstelle (Tel.: 0761 38653 50) an.

Wenn Sie sich für Hausschulungen in Ihrem Unternehmen interessieren, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen, um einen individuellen Termin zu vereinbaren. Im Rahmen einer Hausschulung passen wir unsere FSC Schulung genau auf die Bedürfnisse Ihrer Firma an, damit Sie und Ihre Mitarbeiter den maximalen Nutzen für Ihre Geschäfte aus dieser Weiterbildung ziehen können.

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