Newsletter Dezember 2013

FSC Deutschland Newsletter mit aktuellen Terminen, Berichten und News

FSC Deutschland Newsletter Dezember 2013 (© Markus Hein / pixelio)© Markus Hein / pixelio

FSC Newsletter Oktober 2013
Liebe Leserinnen und Leser,

mitten in der letzten „kompletten“ Arbeitswoche des Jahres 2013 möchten wir die Gelegenheit nutzen, Sie nochmals mit einem FSC Newsletter über Aktuelles rund um den FSC zu informieren. Herausragend im Dezember war sicherlich die Round Table Veranstaltung von FSC und FKN unter dem Titel: „FSC – ein Siegel für Wälder mit Zukunft“ in Berlin. Interessante Diskussionen in schönen Ambiente auf dem Dach des Berliner Reichstages unterstrichen eindrucksvoll den Schulterschluss von Politik, Verbänden und Wirtschaft für den FSC als das anspruchsvollste internationale Waldzertifikat.

Zuletzt wünscht Ihnen das FSC Deutschland Team noch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr − und natürlich jetzt noch viel Spaß mit dem FSC Newsletter!

Ihr FSC-Team



Inhalt:

  1. Hessen: Koalitionsvertrag weist den Weg zur FSC-Zertifizierung im hessischen Staatsforst
  2. Erreichbarkeit  der FSC-Geschäftsstelle in den Weihnachtsferien
  3. Prüfung von Kernarbeitsnormen künftig auch in der Produktkette
  4. Jetzt Schulungen für 2014 planen und buchen
  5. Revision des Deutschen FSC-Standards nimmt Fahrt auf 
  6. Webbanner für verantwortungsvolle Forstwirtschaft
  7. Bericht: FSC - ein Siegel für Wälder mit Zukunft 
  8. Tarifliche Entlohnung von Lohnunternehmern in FSC-Betrieben – Interpretation von FSC-Deutschland
  9. Save the date: Packaging for forests -  FSC-Verpackungskonferenz am 13.05.14 (Interpack)
  10. Werden Sie FSC-Partner auf der Top-Messe für die Papierbranche
  11. Informationen zu OCP

Terminübersicht:
17.01.2014 Treffen FSC-Umweltkammer
17.01.2014 Treffen FSC-Sozialkammer
17.01.2014 Grüne Woche 2014, Berlin, Stand: Berliner Forsten, 9-13 Uhr
25.01. – 28.01.2014 Green Paper Show - Paperworld, Messe Frankfurt
22.-23.01.2014 FSC-Waldausschuss, Saarland
29.01.2014 Produktkettenschulung, Frankfurt/Main
13.02.2014 FSC-Schulung COC, München
20.02.2014 Produktkettenschulung in Freiburg
06.03.2014 Produktkettenschulung in Kassel
13.05.2014 Packaging for forests - FSC-Verpackungskonferenz, Düsseldorf


1. Hessen: Koalitionsvertrag weist den Weg zur FSC-Zertifizierung im hessischen Staatsforst

Die Zeichen stehen auf FSC-Zertifizierung für den hessischen Staatsforst. Kurz vor dem Versand des Dezember-Newsletters erreichte uns noch die Nachricht, dass die künftige schwarz-grüne Regierung in Hessen eine Zertifizierung des Landeswaldes nach den Standards des FSC plant.  Der erklärte Wille der künftigen Landesregierung zeigt, dass der deutsche FSC-Standard sehr attraktiv für Eigentümer großer Waldflächen ist und für Staatswälder ein glaubwürdiges Konzept für einen Bürgerwald darstellt. Das waldreiche Flächenland wird nach seiner FSC-Zertifizierung auch dazu beitragen können, dass FSC zertifiziertes Holz auf dem deutschen Markt leichter verfügbar ist.

Der weitere Prozess beim hessischen Staatsforst, bis hin zur Erlangung des FSC-Zertifikats, wird sicher noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir werden Sie weiterhin über unseren Newsletter sowie über unsere Webseite darüber auf dem Laufenden halten.

Hier der entsprechende Auszug aus dem Koalitionsvertrag in Hessen:

Zertifizierte Waldwirtschaft

"Eine nachhaltige Holzwirtschaft wird durch das Zertifizierungssystem Forest Stewardship Council (FSC) abgesichert. Dahinter stehen die Förderung einer umweltfreundlichen, sozialförderlichen und ökonomisch tragfähigen Bewirtschaftung von Wäldern und ein verantwortungsvoller Umgang mit den globalen Waldressourcen. Wir wollen eine schrittweise Zertifizierung des hessischen Staatsforstes nach den Kriterien des „FSC Deutschland“." (Seite 17, Zeile 727ff)

Den ganzen Koalitionsvertrag von CDU und Bündnis 90/Die Grünen in Hessen finden Sie unter folgendem Link zum nachlesen:
https://www.epenportal.de/web/datapool/storage/files1000000/Koalitionsvertrag_2013-12-18_mit_Cover.pdf

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2.  Erreichbarkeit  der FSC-Geschäftsstelle in den Weihnachtsferien

Auch unser Einsatz für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft braucht einmal eine Pause  und das Team des FSC möchte zur Ruhe kommen. Wir ruhen jedoch nicht, um zu rosten, sondern um nach den besinnlichen Tagen im neuen Jahr wieder durchzustarten. Schon jetzt versprechen wir, dass die FSC Deutschland-Geschäftsstelle Ihnen auch 2014  motiviert und mit vollem Engagement für Fragen zur verantwortungsvollen Forstwirtschaft sowie mit vielen Services zur Verfügung stehen wird.

Daher beachten Sie bitte: In der Zeit vom 23. Dezember 2013 bis einschließlich 6. Januar 2014 ist die Geschäftsstelle des FSC, aufgrund von Betriebsferien und gesetzlichen Feiertagen, nicht besetzt. Vereinzelt sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb dieses Zeitraums  an Werktagen über die direkte Durchwahl oder per E-Mail erreichbar.

Für N-Lizenznehmer:
Für den Bereich des Trademark Managements und der Serviceleistungen für N-Lizenznehmer des FSC Deutschland steht registrierten Unternehmen in diesem Zeitraum an Werktagen ein Notdienst für dringende Freigabe-Anfragen zur Verfügung. Bitte richten Sie diese Anfragen per E-Mail an die Adresse: service@fsc-logo.de. In besonders dringenden Fällen steht Ihnen auch ein Mitarbeiter aus dem Trademarkt-Team telefonisch unter 0761 38653 63 zur Verfügung.
Das FSC Deutschland Team wünscht Ihnen allen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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3.  Prüfung von Kernarbeitsnormen künftig auch in der Produktkette

Als umfassender und fortschrittlicher Standard für die Forstwirtschaft steht der FSC International für die weitreichende Einhaltung von Sozialstandards und Arbeitnehmerrechten im Wald.

Der Vorstand von FSC International hat auf seiner Sitzung im November 2013 beschlossen, einen Prozess zur Überprüfung der Einhaltung von Kernarbeitsrechten auch für den Bereich der FSC-Produktkettenzertifizierung einzuführen. Ziel ist es,  bis Ende 2014 Kriterien zu finden, anhand derer Auditoren nachvollziehbar überprüfen können, ob ein Betrieb die Kernarbeitsnormen (ILO Core Conventions) und damit die zentralen Arbeitnehmerrechte in seinem Betrieb beachtet. Damit wird künftig die Vergabe der FSC Cain of Custody-Zertifikate in der Produktkette nicht nur an die Warentrennung sowie an Warenströme im Unternehmen in Bezug auf FSC Produkte gebunden, sondern auch an die Betriebsführung in Bezug auf Arbeitnehmerrechte.
Die bisherige Regelung in den FSC Cain of Custody-Standards schreibt nur eine Selbsterklärung der zertifizierten Betriebe vor. In dieser Erklärung müssen sich die Unternehmen zu den Inhalten der ILO-Kernarbeitsnormen bekennen eine Selbstverpflichtung zu ihrer Einhaltung abgeben.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Webseite des FSC International unter https://ic.fsc.org/technical-news.325.588.htm.

Über den weiteren Prozess sowie kommende Stakeholderbefragungen und erste Entwürfe der geänderten Bestimmungen in der Cain of Custody werden wir Sie im kommenden Jahr stets auf dem Laufenden halten.

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4. Jetzt Schulungen für 2014 planen und buchen

Wie sind Ihre Ausbildungsplanungen für 2014?
Der FSC Deutschland bereits die Schulungstermine für das erste Halbjahre 2014 bekanntgegeben.

Für unsere FSC Workshops zur Produktketten-Zertifizierung reisen unsere Experten auch im kommenden Jahr wieder quer durchs Land. Geplant sind Schulungen unter anderem in Frankfurt/Main, Freiburg, Kassel, Wien, Bremen und Düsseldorf. Wenn Sie sich zertifizieren lassen wollen, kurz vor dem Audit stehen oder noch mehr über FSC-Themen wissen wollen dann besuchen Sie unsere nächsten Schulungen am 29.1.2014 in Frankfurt/Main, am 13.2.2014 in München oder am 20.2.2014 in Freiburg. Weitere Informationen zum Workshop-Inhalt und Anmeldeformulare und alle weiteren Termine finden Sie auf unserer Schulungsseite.

Wenn Sie sich für Hausschulungen in Ihrem Unternehmen interessieren, können Sie gerne Kontakt zu uns aufnehmen, um einen individuellen Termin zu vereinbaren.

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5. Revision des Deutschen FSC-Standards nimmt Fahrt auf 

Alle 5 Jahre werden die bestehenden FSC-Standards überarbeitet. Dieser Prozess hat nun auch in Deutschland wieder begonnen. Die aktuell gültige Fassung ist seit 2010 der verbindliche Deutsche FSC-Standard und damit Instrument zum Nachweis einer verantwortlichen Waldbewirtschaftung in der Bundesrepublik.

Im Oktober und November 2013 kamen  die Mitglieder von FSC Deutschland im Rahmen eines Wirtschaft-, Sozial- und Umweltkammertreffens zusammen, um über die Fokusthemen der anstehenden Revision zu diskutieren. Aus jeder Kammer (Umwelt-, Wirtschaft- und Sozialkammer wurden zwei Personen in den sogenannten Richtlinienausschuss entsandt, um im Auftrag der jeweiligen Kammer die konkreten Verhandlungen im Richtlinienausschuss zu führen. Der neue Richtlinienausschuss für die nun anstehende Revision tagte Ende November zum ersten Mal in Freiburg im Rahmen des Revisionsprozesses. Hier wurden sowohl Interpretationsfragen aus dem letzten Jahr beantwortet (Zertifizierungsorganisationen und zertifizierte Waldbesitzer werden in den kommenden Tagen informiert) als auch die Arbeitsprozesse an einem neuen Standard begonnen.

Bei dem zweitägigen Treffen wurde ein Zeitplan verabschiedet, es wurden die Ziele des Prozesses diskutiert und es fand ein erster Austausch zu den Fokusthemen statt. Schon jetzt ist klar, welche Themen den FSC in den kommenden Jahren bewegen werden. Dazu zählen die Vollbaumnutzung, die Anpassung von Wald und Waldwirtschaft an den Klimawandel, Referenz-/Stilllegungsflächen und eine Reihe weiterer Themen. Im Laufe des Prozesses, der im Sommer 2015 abgeschlossen sein soll, werden eine Reihe weiterer Themen diskutiert werden – alle die, welche von Seiten der Stakeholder als besonders wichtig erachtet werden.

 Schlussendlich entscheiden die Mitglieder des FSC Deutschland über den revidierten FSC-Standard und stellen sicher, dass alle gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald erneut Niederschlag im FSC-Standard finden. „Es ist und bleibt eine Herausforderung derart unterschiedliche Mitglieder und deren Ansprüche wie z.B. die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, Greenpeace oder die Interessensgemeinschaft Zugpferde unter einen Hut zu bringen“, so Elmar Seizinger, Leiter Waldbereich und Moderator des Richtlinienausschusses von FSC Deutschland. Den ersten überarbeiteten Standardentwurf wird FSC Deutschland im Frühjahr 2014 der Öffentlichkeit zur Konsultation vorlegen.



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6. Webbanner für verantwortungsvolle Forstwirtschaft

Seit vielen Jahren informiert der FSC Deutschland umfangreich über seine Webseite zu Themen des FSC. Ob Fragen zur Zertifizierung, zur FSC Mitgliedschaft, aktuelle Termine und Berichte die Seite stellt Interessierten einen bunten Strauß an  FSC-Informationen zur Verfügung.
Mit dem frischem Design erscheint die Webseite seit Sommer 2013 auch im neuen Style und wirkt mit zeitgemäßer Optik sowie neuen Inhalten modern und ansprechend. Für Unternehmen bietet die neue Webseite auch wieder die Möglichkeit sich als Websponsor auf dem wechselnden Werbebanner der www.fsc-deutschland.de Startseite als engagierter Partner des FSC zu präsentieren. Auf der weiterführenden Seite „FSC Partner“ finden Besucher dann nähere Informationen zu unseren Partnern und gelangen hier auch auf Ihre Firmenhomepage.

Nutzen Sie jetzt die Chance Ihr Engagement für eine verantwortungsvolle Forstwirtschaft öffentlich zu unterstreichen, gewinnen Sie so neue Kunden und unterstützen Sie dabei noch die Arbeit des FSC Deutschland als Webpartner. Informieren Sie sich jetzt über Ihre Möglichkeiten als Webpartner des FSC Deutschlands.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Sponsoringkonzept als Download.

 
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7. Bericht: FSC - ein Siegel für Wälder mit Zukunft


„FSC – Ein Siegel für Wälder mit Zukunft.“ Unter diesem Titel luden FSC Deutschland und FKN am 5. Dezember 2013 zu einer Round-Table Veranstaltung auf das Dach des Berliner Reichstagsgebäudes ein. Referenten aus Politik, Gesellschaft, Unternehmen und von Verbänden unterstrichen bei diesem Anlass die Bedeutung des FSC für den Kampf gegen den Klimawandel und für eine fortschrittliche Forstwirtschaft. Deutlich wurde dabei, dass das FSC unbestritten hohe Anerkennung genießt und das glaubwürdigste sowie anspruchsvollste Waldzertifizierungssystem auf dem Markt ist.

Berlin. Klimawandel, Wasserschutz, Artenschutz, Recycling, Arbeitnehmerrechte, wirtschaftliches Handeln, innovative Forstwirtschaft, Verantwortung und ganz viel Nachhaltigkeit waren für einen Tag die zentralen Schlagworte auf dem Berliner Reichstag. Kurz bevor am 5. Dezember 2013 der Sturm Xaver über das Land fegte, diskutierten Politiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen über FSC und Wälder mit Zukunft. Das Thema FSC und verantwortungsvolle Waldwirtschaft einmal in den Mittelpunkt des politischen Berlins zu stellen, war das Ziel der Round-Table-Veranstaltung von FSC Deutschland und dem Fachverband Kartonverpackung für flüssige Nahrungsmittel e.V. (FKN).

Unter der Moderation von Volker Angres dem Leiter der ZDF Umweltredaktion verfolgten rund 60 Gäste die Vorträge und Diskussionen. Zunächst hielten die gastgebenden Geschäftsführer von FSC Deutschland und FKN Dr. Uwe Sayer sowie Michael Brandl einen Kurzvortrag zum Thema „FSC als Zeichen für Wälder mit Zukunft“. Dabei formulierte der FSC Geschäftsführer Dr. Sayer unter anderem Wünsche an die Politik: „Es ist wichtig, dass FSC in Deutschland als gute forstliche Praxis anerkannt wird. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die öffentliche Beschaffung künftig bei Holzprodukten FSC klar bevorzugt, nachhaltige Projekte mit FSC Material gefördert werden, FSC Produkte steuerlich bevorzugt werden und öffentlicher Wald als Vorreiter nach FSC zertifiziert wird.“ FKN Geschäftsführer Brandl hob in seinem Eingangsstatement hervor: "Wir sind eine Branche die auf den Rohstoff Holz angewiesen ist. Daher ist es naheligend, dass wir uns für FSC als das nach unserer Auffassung beste und glaubwürdigste Zertifikat entschieden haben. Ich würde mir wünschen, dass sich auch die Politik und andere Branchen mit dieser Klarheit für FSC aussprechen."

Die Umweltpolitische Sprecherin der CDU Marie-Luise Dött MdB ging in ihrem Vortrag auf die allgemeine Label-Flut ein und forderte hier mehr Aufklärung für den interessierten Verbraucher. Mit Blick auf die Waldzertifizierungssysteme FSC und PEFC äußerte sie sich: „Beide Standards sind akzeptabel aber nicht gleichwertig“. Die Unternehmerin und Umweltpolitikerin hob hervor: „eine breite gesellschaftliche Basis von FSC ist Garant für Qualität“ und verwies darauf, dass Verbraucher hier wie in anderen Bereichen zwischen den Qualitäten der Siegel unterscheiden müssen. Dött betonte zum Abschluss Ihres Vortrages noch einmal: „FSC ist der bessere Standard“.

Für die Lidl-Stiftung berichtete der Leiter CSR International Florian Schütz über die Bemühungen des Discounters insbesondere bei den Eigenmarken nachhaltig zu handeln. Seit einigen Jahren weitet die Kette ihr FSC-Engagement im Bereich Verpackungen und Saisonprodukte deutlich aus. Schütz erläuterte den Anwesenden anhand von konkreten Beispielen von seinen Bemühungen, durch technische Innovationen den ökologischen Fußabdruck einzelner Produkte zu reduzieren.    

Als Vertreterin des Umweltbundesamtes referierte die Leiterin des Fachbereichs „Nachhaltige Produktion, Ressourcenschonung und Stoffkreisläufe“ Dr. Bettina Rechenberg über Verbrauchswerte und Umweltauswirkungen der Produktion von Zellstoffprodukten. Rechenberg unterstrich in ihren Ausführungen die ,Bedeutung von Verbrauchsreduktion und Recycling für ein umweltbewusstes Handeln.

Johannes Zahnen appellierte als Waldreferent der Umweltorganisation WWF ganz entschieden für eine Stärkung des FSC. Er forderte ein klares Bekenntnis seitens der Politik für das nach seiner Einschätzung höherwertige Zertifikat des FSC, dies gelte insbesondere im Bereich der öffentlichen Beschaffung als wichtiger Marktakteur mit hoher Verantwortung. In Richtung PEFC verlangte Zahnen von Wirtschaft und Politik eine klare Abgrenzung von diesem nach seiner Einschätzung zu niedrigen Standard. „Es gibt keine Vergleichbarkeit der Zertifikate, denn nur FSC ist nachhaltig“, unterstrich Zahnen die Position des WWF.

Aus der Praxis der Zertifizierung eines großen Forstbetriebes berichtete Dr. Jens Jacob als Leiter der Forstabteilung im Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz und Leiter der Landesforsten Rheinland-Pfalz. Anhand unterschiedlicher Aspekte aus dem Zertifizierungsprozess des Landeswaldes schilderte Dr. Jacob die Schwierigkeiten denen sich zum Teil auch deutsche Waldbesitzer stellen müssen, um das begehrte Zertifikat zu erhalten. Er hob jedoch hervor, welche positiven Auswirkungen das Zertifikat des FSC für die Außendarstellung des Forstbetriebes hat und wie hilfreich die Einbindung von Umweltverbänden durch das FSC System ist.

Immer wieder wurde sowohl in Vorträgen und als auch in der Diskussion der als zu niedrig empfundene Bekanntheitsgrad des FSC beim Verbraucher thematisiert. FSC, FKN, Lidl, Umweltbundesamt und WWF waren sich in diesem Punkt einig, dass die Bekanntheitssteigerung eine wichtige Aufgabe für alle Akteure am Markt ist, um weltweit durch FSC,  Wälder mit Zukunft zu bekommen. Am Ende der Veranstaltung im politischen Zentrum Deutschlands zeigte die Natur ihre Gewaltigkeit und Macht. Die Ausläufer des Sturms Xaver fegten über das Dach und durch die Kuppel des Reichstagsgebäudes als die Teilnehmer ihren Heimweg antraten. Zuvor war noch einmal deutlich geworden, dass FSC trotz mancher Stürme der Kritik für viele Menschen das Siegel für die Wälder mit Zukunft ist.

Weitere Informationen, Bilder und auch ein Video zur Veranstaltung finden Sie unter:
http://www.fsc-deutschland.de/fsc-und-fkn.163.htm

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8. Tarifliche Entlohnung von Lohnunternehmern in FSC-Betrieben – Interpretation von FSC-Deutschland  


Auf der Vollversammlung 2012 hatte die Mitgliedschaft von FSC-Deutschland einer Änderung des FSC-Standards zugestimmt mit dem Ziel für eine vernünftige Entlohnung aller in FSC-zertifizierten Wäldern Beschäftigten zu sorgen. In den letzten Jahren stellte sich in der Zertifizierungspraxis allerdings heraus, dass mit der damals verabschiedeten Regelung vergaberechtliche Probleme einhergingen. Obwohl schon damals Tarifexperten der IG BAU intensiv an der Formulierung mitgearbeitet hatten, war es nötig eine Interpretation durch den Richtlinienausschuss zu dem damals verabschiedeten Indikator zu erarbeiten. Die vorgelegte Interpretation basiert im Wesentlichen auf einer Vorlage aus dem  FSC-Waldauschuss die maßgeblich durch Hans-Dietrich Hoffmann, Landesforsten Rheinland-Pfalz erarbeitet wurde.
Mit der alten Regelung hatten sich in der Vergangenheit Probleme ergeben.

Beispiel I:
Die Forderung, dass sich die tariflichen Regelungen in Abhängigkeit des Einsatzortes ergeben hatte zur Folge, dass z.B. ein der “Arbeitsgemeinschaft für forstwirtschaftliche Leistungen Hessen e.V.“ angehöriger Unternehmer beim Einsatz seiner ArbeitnehmerInnen z.B. in NRW (dort gilt ein eigener Lohntarifvertrag für Forstunternehmer) oder in Belgien (dort existiert ebenfalls ein eigener Lohntarifvertrag mit höheren Löhnen als in Hessen) jeweils die tariflichen Regelungen des Einsatzortes übernehmen hätte müssen. Dies wäre mit §4 Tarifvertragsgesetz (TVG) nicht vereinbar. Hier ist geregelt, dass Tarifvertragliche Bindungen vom Ort der Arbeitsleistung unabhängig sind. Die Regelung im Deutschen FSC-Standard sieht vor, dass die Forderung nach tariflicher Entlohnung bei nachgewiesenen, vergaberechtlichen Bedenken ausgesetzt werden kann. Im beschriebenen Fall wäre das die Konsequenz gewesen. 

Beispiel II:
Ein hessischer Unternehmer bewirbt sich im Rahmen eines Vergabeverfahrens um einen Auftrag bei Landesforsten Rheinland-Pfalz. Landesforsten RLP  muss nach FSCStandard wegen eines im Land fehlenden Tarifvertrags in den Bewerberbedingungen die Anwendung des im staatlichen Bereich gültigen TV-Forst fordern. Der hessische Unternehmer ist aber als Mitglied des hessischen Unternehmerverbands tarifgebunden. In diesem Fall kann Landesforsten ohne Verstoß gegen das TVG von dem hessischen Unternehmer nicht die Anwendung des TV-Forst fordern. Dies wäre nur möglich gegenüber mitbietenden Rheinland-Pfälzischen Unternehmern, da diese über keinen gültigen Tarifvertrag verfügen. Da der hessische Unternehmer-Lohntarifvertrag deutlich unter den Entgeltsätzen des TV-Forst liegt, würde dies den rheinland-pfälzischen Unternehmer diskriminieren und wäre daher vergaberechtlich nicht zu halten.

Aktuell gilt im deutschen Forstunternehmerbereich der “ Rahmentarifvertrag für die Arbeitnehmer/innen des Deutschen Forstunternehmerverbandes e.V. und seiner angeschlossenen Landesverbände vom 01.Januar 2002“, zuletzt geändert (Ausweitung des örtlichen Geltungsbereichs auf die Bundesrepublik) am 24.11.2008. Dieser Manteltarifvertrag entfaltet keine Wirkung gegenüber Landesverbänden, die nicht dem DFUV angehören. Dies trifft z.B. auf den Forstunternehmerverband Rheinland-Pfalz zu. Gültige Lohntarifverträge existieren derzeit in den Bundesländern NRW (gekündigt, aber in Nachwirkung), Hessen und Niedersachsen.
Aufgrund dieser sehr uneinheitlichen tariflichen Situation einerseits und der – in den öffentlichen Forstbetrieben per Vergabegesetz vorgeschrieben – bundesweiten Vergabe von Unternehmerleistungen anderseits können bei konsequenter Umsetzung des Standards zumindest bei FSC-zertifizierten Forstbetrieben der öffentlichen Hand eindeutig tarif- und / oder vergaberechtswidrige Fallkonstellationen auftreten.
Interpretation von FSC-Deutschland • Forstbetriebe, die nicht tarifgebunden sind, entlohnen ihre in der Waldarbeit tätigen Beschäftigten mindestens nach dem mit der Tarifgemeinschaft Deutscher Länder für den Forstbereich vereinbarten Lohntarifvertrag in der jeweils gültigen Fassung. • Die in den Forstbetrieben eingesetzten, nicht tarifgebundenen Forstunternehmer zahlen ihren in der Waldarbeit tätigen Beschäftigten einen Mindestlohn in Höhe des für den Einsatzort (Bundesland) im jeweils gültigen Vergabegesetz/Tariftreuegesetz vorgegebenen Mindestentgelts. Ist für den Einsatzort (Bundesland) kein gesetzliches Mindestentgelt festgelegt, ist die Regelung des nächstgelegenen Bundeslandes mit Mindestentgeltregelung anzuwenden.
Fazit: Die Interpretation beinhaltet unterschiedliche Mindestlohn-Regelungen für die zertifizierten Forstbetriebe und die von diesen eingesetzten Forstunternehmern. Für die Beschäftigten der im Regelfall nicht tarifgebundenen privaten Forstbetriebe wird die Anwendung des bundesweit geltenden TdL-Lohntarifvertrags gefordert, der bereits schon derzeit in vielen Fällen in diesen Betrieben Anwendung findet. Es wird zudem eindeutig festgelegt, dass lediglich der Lohntarifvertrag zur Anwendung kommt, nicht aber der Manteltarifvertrag. Dessen Anwendung würde wegen seiner Komplexität die privaten Forstbetriebe überfordern. Für die von den Forstbetrieben eingesetzten Forstunternehmer wird die Zahlung eines Mindestlohns nach den Vergabegesetzen/Tariftreuegesetzen der Länder gefordert. Aktuell verfügen lediglich die Bundesländer Bayern, Hessen und Sachsen noch über keine Tariftreueregelung, Thüringen und Sachsen-Anhalt hat eine Tariftreue-Regelung, aber keinen vereinbarten Mindestlohn. Die in den Vergabegesetzen festgeschriebenen Mindestlöhne liegen derzeit zwischen 8,50 und 9,18 € pro Stunde. Eine Mindestlohnforderung nach den Vergabegesetzen/Tariftreugesetzen wird in den Bundesländern mit entsprechender gesetzlicher Regelung von den öffentlichen Auftraggebern bereits praktiziert und ist ohne weiteres mit dem Tarifvertragsgesetz wie auch dem Vergaberecht vereinbar. Die Regelung stellt damit einen pragmatischen Ansatz dar, um „Dumpinglöhne“ im FSC-zertifizierten Wald zu verhindern.


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9. Save the date: Packaging for forests -  FSC-Verpackungskonferenz am 13.05.14 auf der Interpack

Nachhaltige Verpackungen im Zentrum!
Merken Sie sich schon mal einen Termin für das nächste Jahr vor: Am 13.05.2014 lädt der FSC Deutschland zu einer Konferenz rund um das Thema Verpackung auf der Interpack 2014 in Düsseldorf. Für die ganztägige  Veranstaltung sind  Workshopsessions, Vorträge sowie ein abendlicher Empfang mit Keynotes geplant.

Als Keynote-Speaker sind bereits folgende Akteure angefragt:
-    SCA Sustainable Packaging
-   Greencess Limited

Die Teilnahmegebühr für die Konferenz beträgt EUR 420,--. Ermäßigte Tarife: EUR 350,-- (Zertifizierte Unternehmen (CH) und N-Lizenznehmer (NCH)) und EUR 300,-- (NOG, CB, Berater, FSC Mitglieder). Bei einer Anmeldung bis zum 20.02.14 haben Sie die Möglichkeit von unserem Frühbucherrabatt von 10% auf den Eintrittspreis zu profitieren. 

Werden Sie Partner des FSC-Verpackungskonferenz und unterstreichen Sie damit Ihr Engagement für Nachhaltigkeit! Wenn an einem Sponsoring der Veranstaltung Veer sind, verschaffen Sie einen Überblick in unserem Konzept zur Verpackungskonferenz oder melden Sie sich bei Erika Müller, erika.mueller[at]fsc-deutschland.de; +49 761 3865355


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10. Werden Sie FSC-Partner auf der Top-Messe für die Papierbranche

Vom 25. bis 28. Januar 2014 bieten wir Firmen und Zertifizierungsunternehmen die Möglichkeit, zusammen mit dem FSC Deutschland auf der Paperworld (Messe Frankfurt) aufzutreten. Sie beteiligen sich damit unmittelbar am Messestand des FSC Deutschland und können diesen aktiv für Ihre Messepräsenz nutzen. 

Beteiligen Sie sich mit Ihrem Unternehmen und werden Sie Teil unseres Messestandes zum Thema „green paper“. Wir drucken für Sie Roll-up Banner, die zusammen mit Informationsmaterial auf dem FSC-Stand ausgestellt werden. Außerdem können Sie für Ihr Unternehmen eine Anzeige in den FSC-Green Pages sowie eine attraktive FSC-Gemeinschaftsanzeige im PBS Report zur Paperworld 2014 buchen. Auch in unserem Newsletter und auf der Homepage des FSC Deutschland werden Sie als Partner des FSC auf der Paperworld genannt.

Machen Sie sich ein Bild von unserem Partnerprogramm zur Paperworld in Frankfurt am Main und laden Sie sich hier unser aktuelles Partnerschaftskonzept als PDF runter.

Nutzen Sie also die Chance sich gemeinsam mit dem FSC auf der Paperwold darzustellen und werden Sie Messepartner! Genauere Informationen zu Preisen und Konditionen sind in einem Konzept zusammengestellt und als PDF-Datei auf unserer Webseite erhältlich. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle ist:
Frau Mareike Kröner: +49 761 38653-51 oder service[at]fsc-deutschland.de

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11. Informationen zur OCP

Immer wieder erreichen uns in der FSC Deutschland Geschäftsstelle Fragen zum Thema der geplanten Online Claims Platform - OCP. Auf Basis eines übersichtlichen Informationspapiers von FSC International haben wir für Sie nun dieses Übersetzt und vereinzelt um häufig aufkommende Fragen ergänzt. Wir hoffen, dass wir so dazu beitragen können Ihre derzeitigen Fragen zu OCP zu klären.

Aktuelle übersetzte Aussagen von FSC International bezüglich OCP sowie die Zusammenfassung der Informationen zu OCP finden Sie regelmäßig aktualisiert auf unserer Homepage.
Das die Zusammenfassung zu den wesentlichen Punkten von OCP können Sie hier direkt herunterladen.

Über den weiteren Verlauf der Stakeholderanhörung, neue Details und zeitliche Rahmendaten zur OCP wird der FSC Sie weiterhin auf dem laufenden halten. Beachten Sie hierfür bitte auch unseren Newsletter, sowie die Webseite von FSC International (www.fsc.org)  oder FSC Deutschland (www.fsc-deutschland.de).

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